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ERGEBNISVORSCHLÄGE

LG Ellwangen, 24.07.1998 - 5 O 50/98

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Das LG Ellwangen entschieden am 24.07.1998, dass der Firmenrechtsschutz in der Rechtsschutzversicherung keine Rechtsstreitigkeiten aus Versicherungsverträgen abdeckt und dass bereits ein mittelbarer Zusammenhang zur selbständigen Tätigkeit (z. B. ein Unfall während einer künstlerischen Darstellung) den Ausschluss der Deckung rechtfertigt. Zudem haftet der Versicherer nicht für falsche Angaben des Versicherungsmaklers (VM) über den Versicherungsumfang, es sei denn, der VN kann darlegen, dass der Vermittler tatsächlich als Versicherungsvertreter (VV) aufgetreten ist.


a) Wer will was von wem woraus? Der Versicherungsnehmer (VN), ein Künstler, begehrt von seinem Rechtsschutzversicherer die Übernahme von Kosten für die Wahrnehmung rechtlicher Interessen. Der Anspruch stützt sich auf den abgeschlossenen Firmenrechtsschutz (§ 24 ARB). Der VN berief sich darauf, dass sein Versicherungsmakler (VM) ihn über den Umfang des Versicherungsschutzes falsch informiert habe.

b) Was hat das Gericht entschieden? Das Gericht wies die Klage ab und stellte klar:

  1. Der Firmenrechtsschutz deckt keine Rechtsstreitigkeiten aus Versicherungsverträgen ab.
  2. Ein mittelbarer Zusammenhang zur selbständigen/freiberuflichen Tätigkeit (z. B. ein Unfall als Artist) reicht aus, um den Ausschluss der Deckung zu begründen.
  3. Der Versicherer haftet nicht für falsche Angaben des VM, es sei denn, der VN beweist, dass der Vermittler tatsächlich als Versicherungsvertreter (VV) aufgetreten ist.

c) Begründung des Gerichts:

  • Umfang des Firmenrechtsschutzes: § 24 ARB begrenzt den Schutz auf betriebliche Risiken, nicht auf allgemeine Versicherungsstreitigkeiten.
  • Ausschluss bei mittelbarem Zusammenhang: Selbst wenn die Tätigkeit nur indirekt mit der Berufsausübung zusammenhängt (z. B. Unfall während einer künstlerischen Darstellung), greift der Ausschluss.
  • Haftung für Vermittlerfehler: Der Versicherer ist nicht für Fehler des VM verantwortlich, da dieser als unabhängiger Makler handelt. Nur bei Nachweis, dass der Vermittler als VV (also im Namen des Versicherers) auftrat, könnte eine Haftung in Betracht kommen – hierfür lag jedoch kein Vortrag des VN vor.
KI INHALT
Firmenrechtsschutz deckt keine Versicherungsstreitigkeiten. Mittelbarer Berufsbezug genügt für Ausschluss. Versicherer haftet nicht für falsche Beratung durch Makler. VN muss Nachweis für Vermittlerstatus erbringen.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
Vertagsrechtsschutz
selbständige berufliche Tätigkeit
Haftung des Versicherers für Falschberatung durch VM
Abgrenzung VV / VM
Darlegungs- und Beweislast für das Auftreten des Vermittlers als VV
NORM
§ 4 Abs. 1 h ARB 75
§ 24 ARB 75
§ 25 ARB 75
REDAKTION
GERICHT
LG Ellwangen
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
24.07.1998
AKTENZEICHEN
5 O 50/98
ECLI
ECLI:DE:LGELLWA:1998:0724.5O50.98.0A
LIEFERUNG
01.05.2002
ÄNDERUNG
05.02.2021