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ERGEBNISVORSCHLÄGE

ArbG Frankfurt/Main, 16.10.2002 - 9 Ca 2656/01

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main entschied am 16.10.2002, dass ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer, der vor Abschluss eines Altersteilzeitarbeitsvertrags nach der Höhe seiner betrieblichen Altersversorgung fragt, klare und unmissverständliche Auskünfte erteilen muss. Falls dies nicht möglich ist, muss der Arbeitgeber darauf hinweisen, dass keine verbindliche Auskunft erteilt werden kann oder welche Faktoren die Auskunft beeinflussen könnten.


Zusammenfassung der Entscheidung:

a) Wer will was von wem woraus? Ein Arbeitnehmer (AN) verlangt von seinem Arbeitgeber (AG) vor Abschluss eines Altersteilzeitarbeitsvertrags verbindliche Auskünfte über die Höhe seiner betrieblichen Altersversorgung. Der AN stützt seinen Anspruch auf die Pflicht des AG zur Aufklärung und Transparenz bei wichtigen Vertragsentscheidungen.

b) Was hat das Gericht entschieden? Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, dem Arbeitnehmer unmissverständliche Auskünfte über die betriebliche Altersversorgung zu erteilen. Falls eine verbindliche Auskunft nicht möglich ist, muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer darauf hinweisen, dass die Auskunft nicht verbindlich ist oder welche Faktoren (z. B. zukünftige Anpassungen) die Höhe der Altersversorgung beeinflussen könnten.

c) Begründung des Gerichts: Das Gericht begründet seine Entscheidung mit der Aufklärungspflicht des Arbeitgebers im Rahmen der Vertragsverhandlungen. Da die betriebliche Altersversorgung ein zentraler Bestandteil der Altersteilzeitregelung ist und für den Arbeitnehmer von existentieller Bedeutung sein kann, muss der Arbeitgeber sicherstellen, dass der Arbeitnehmer eine informierte Entscheidung treffen kann. Unklare oder unvollständige Auskünfte könnten den Arbeitnehmer in seiner Entscheidungsfreiheit beeinträchtigen und sind daher unzulässig. Der Arbeitgeber hat entweder klare Informationen zu liefern oder offen zu kommunizieren, wenn eine verbindliche Aussage nicht möglich ist.

KI INHALT
Arbeitsgericht Frankfurt: Arbeitgeber müssen Arbeitnehmern vor Altersteilzeitverträgen klare Auskünfte über betriebliche Altersversorgung geben oder auf Unverbindlichkeit hinweisen.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
Betriebliche Altersversorgung
Vorausberechnung der Höhe
missverständliche Auskünfte
Bindung des AG
FUNDSTELLE
NORM
§ 611 BGB
§ 320 Abs. 1 ZPO
§ 2 BetrAVG
REDAKTION
GERICHT
ArbG Frankfurt/Main
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
16.10.2002
AKTENZEICHEN
9 Ca 2656/01
ECLI
ECLI:DE:ARBGFFM:2002:1016.9CA2656.01.0A
LIEFERUNG
01.10.2005
ÄNDERUNG
23.10.2020