Fazit/Kurzzusammenfassung:
Der BFH entscheidet, dass Zahlungen einer Vermögensberatungsgesellschaft an eine Anlagengesellschaft für den Erwerb von Gesellschaftsanteilen zugunsten selbständiger Anlageberater bei diesen bereits mit Eingang bei der Anlagengesellschaft als Betriebseinnahmen zu erfassen sind.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Die Vermögensberatungsgesellschaft leistet im Rahmen eines Versorgungswerks Zahlungen an eine Anlagengesellschaft (z. B. für den Erwerb von Immobilienanteilen), um damit selbständige Anlageberater zu begünstigen. Streitig ist, wann diese Zahlungen bei den Anlageberatern als Betriebseinnahmen steuerlich zu erfassen sind.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Der Bundesfinanzhof (BFH) entscheidet, dass die Zahlungen sofort mit ihrem Eingang bei der Anlagengesellschaft als Betriebseinnahmen der Anlageberater gelten – unabhängig davon, wann diese tatsächlich wirtschaftlich zufließen (z. B. durch spätere Ausschüttungen).
c) Begründung des Gerichts:
Das Gericht stützt sich auf das Zuflussprinzip (§ 11 EStG). Danach sind Einnahmen bereits dann zugeflossen, wenn der wirtschaftliche Vorteil beim Empfänger endgültig und unwiderruflich entstanden ist. Hier liegt dieser Zeitpunkt im Eingang der Zahlung bei der Anlagengesellschaft, da die Anlageberater ab dann einen anspruchsbegründeten Rechtsanspruch auf die Vermögenswerte (z. B. Gesellschaftsanteile) haben. Eine spätere Auskehrung oder Nutzung ist für die steuerliche Erfassung nicht maßgeblich.