Vorinstanz FG Münster, 26.10.2001 - 11 K 2114/00 F -
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Fazit/Kurzzusammenfassung: Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass ein Tankstellenpächter Erlöse aus Agenturgeschäften (hier: Mineralölverkäufe) nicht als Betriebseinnahmen verbuchen muss, auch wenn er sie zunächst privat verwendet und später durch Darlehen ersetzt. Die Weiterleitung dieser Beträge gilt ebenfalls nicht als Betriebsausgabe.
a) Wer will was von wem woraus? Der Unternehmer (U), ein Tankstellenpächter, vereinnahmt Geldbeträge aus Agenturgeschäften (Verkauf von Mineralölprodukten im Namen eines Dritten). Das Finanzamt will diese Beträge als Betriebseinnahmen erfassen, die Weiterleitung als Betriebsausgabe. Der U wendet ein, dass es sich um fremdes Eigentum handelt, das er nur treuhänderisch verwaltet.
b) Was hat das Gericht entschieden? Der BFH bestätigt, dass die vereinnahmten Beträge keine Betriebseinnahmen sind und ihre Weiterleitung keine Betriebsausgabe darstellt – selbst wenn der U die Gelder vorübergehend privat nutzt und später durch Darlehen ersetzt.
c) Begründung des Gerichts: Die Beträge stehen im fremden Eigentum (hier: des Mineralöllieferanten) und sind daher nicht Teil des Betriebsvermögens. Die private Zwischenverwendung ändert nichts an ihrer fremden Eigentümerschaft. Die später aufgenommenen Darlehen dienen nicht der Finanzierung von Betriebsausgaben, sondern dem Ersatz fremder Gelder. Eine Entnahme von Betriebseinnahmen oder eine Betriebsausgabenfinanzierung liegt daher nicht vor.