Fazit/Kurzzusammenfassung:
Das Hessische Finanzministerium entscheidet, dass eine Pensionsrückstellung für einen Handelsvertreter (HV) nur in Höhe der verbleibenden Pensionsverpflichtung nach Abzug eines möglichen Ausgleichsanspruchs (§ 89b HGB) steuerlich anerkannt wird.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Die Finanzverwaltung (hier: Hessisches Finanzministerium) vertritt die Auffassung, dass bei einer Pensionszusage an einen Handelsvertreter (HV) eine steuerliche Pensionsrückstellung nur für den Teil der Pension gebildet werden darf, der nach Anrechnung eines etwaigen Ausgleichsanspruchs (§ 89b HGB) verbleibt. Der Ausgleichsanspruch entsteht beim Ausscheiden des HV und ist auf die Pensionszahlungen anzurechnen.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Das Hessische Finanzministerium bestätigt die Praxis der Finanzverwaltung: Eine Pensionsrückstellung ist nur für die Netto-Pensionsverpflichtung (d. h. nach Abzug des Ausgleichsanspruchs) zulässig. Die Rückstellung darf nicht die volle Pensionszusage umfassen, wenn diese durch den AA gemindert wird.
c) Begründung des Gerichts:
Die Finanzverwaltung argumentiert, dass der Ausgleichsanspruch (§ 89b HGB) wirtschaftlich eine Vorleistung des Unternehmers darstellt, die die spätere Pensionslast reduziert. Daher sei es steuerlich nicht gerechtfertigt, die volle Pension zurückzustellen, wenn ein Teil davon durch den AA gedeckt wird. Die Rückstellung muss sich an der tatsächlichen Belastung des Unternehmens orientieren, die erst nach Anrechnung des AA feststeht.
Kernaussage:
Pensionsrückstellungen für Handelsvertreter sind nur in Höhe der Netto-Verpflichtung (Pension minus Ausgleichsanspruch) steuerlich abziehbar.