Fazit/Kurzzusammenfassung:
Der BGH hat entschieden, dass der Online-Vertrieb von Gebrauchtfahrzeugen als „umgekehrte Versteigerung“ keine traditionelle Auktion im Sinne der Gewerbeordnung darstellt. Daher ist der maßgebliche Markt für die Klagebefugnis einer Vereinigung von Auktionatoren (§ 13 Abs. 2 Nr. 2 UWG) der Markt für Gebrauchtfahrzeugverkäufe, nicht der Auktionsmarkt.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Die klagende berufsständische Vereinigung von öffentlich bestellten und vereidigten Auktionatoren (Klägerin) wendet sich gegen den Vertrieb von Gebrauchtfahrzeugen im Internet als „umgekehrte Versteigerung“ durch einen Anbieter (Beklagten). Sie stützt sich auf § 13 Abs. 2 Nr. 2 UWG, der Verbänden die Befugnis einräumt, Wettbewerbsverstöße zu verfolgen, wenn diese den Interessen ihrer Mitglieder schaden.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Der BGH hat entschieden, dass die Online-Verkaufsaktion keine Auktion im Sinne der Gewerbeordnung oder der Versteigerungsverordnung ist. Folglich ist der maßgebliche Markt für die Beurteilung der Klagebefugnis der Klägerin nicht der Auktionsmarkt, sondern der Markt für die Veräußerung von Gebrauchtfahrzeugen.
c) Begründung des Gerichts:
Das Gericht begründet seine Entscheidung damit, dass eine „umgekehrte Versteigerung“ im Internet nicht den gesetzlichen Anforderungen an eine traditionelle Auktion (z. B. öffentliche Bestellung des Auktionators, Einhaltung der Versteigerungsverordnung) entspricht. Daher sei der Markt für Gebrauchtfahrzeugverkäufe der relevante Bezugspunkt. Da die Klägerin auf diesem Markt nicht als Wettbewerberin auftritt, fehlt ihr die Klagebefugnis nach § 13 Abs. 2 Nr. 2 UWG für diesen Fall.