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Fazit/Kurzzusammenfassung: Das LG Frankfurt/Main entscheidet, dass der Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters (§ 89b HGB) auf Basis der Bruttoprovision zu berechnen ist, da das deutsche Handelsrecht den Begriff der Nettoprovision nicht kennt. Eine künstliche Berechnung auf Nettobasis wird abgelehnt, insbesondere wegen praktischer Schwierigkeiten (z. B. Berücksichtigung von Untervertreterkosten).
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus? Ein Handelsvertreter (HV) verlangt von einem Unternehmer (U) einen Ausgleichsanspruch (AA) nach Beendigung des Vertragsverhältnisses gem. § 89b HGB. Streitig ist, ob die Berechnung des AA auf der Brutto- oder Nettoprovision basieren soll.
b) Was hat das Gericht entschieden? Das Gericht entscheidet, dass der AA ausschließlich auf der Bruttoprovision zu berechnen ist. Eine Berechnung auf Nettobasis wird abgelehnt.
c) Begründung des Gerichts:
- Rechtliche Grundlage: Der Begriff der Nettoprovision ist dem deutschen Handelsrecht fremd. Provisionssätze werden üblicherweise als Prozentsatz des Verkaufspreises (Brutto) vereinbart.
- Selbständigkeit des HV: Ein zentrales Merkmal der kaufmännischen Selbständigkeit des HV ist, dass er seine eigenen Kosten selbst trägt und gestalten kann – eine Abzugsfähigkeit von Kosten bei der Provisionsberechnung widerspräche diesem Prinzip.
- Praktische Schwierigkeiten:
- Eine künstliche Nettoprovision würde zusätzliche Komplexität schaffen, die das Gesetz nicht vorsieht.
- Bei Berücksichtigung von Untervertreterkosten (die selbst AA geltend machen könnten) wäre eine faire Abwälzung auf den U nicht mehr möglich.
Kernaussage: Der Ausgleichsanspruch ist bruttobasiert zu berechnen, da dies dem Gesetzeswortlaut, der kaufmännischen Praxis und der Selbständigkeit des HV entspricht.