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ERGEBNISVORSCHLÄGE

LG Münster, 07.01.2008 - 16 O 621/07

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Das LG Münster entschied, dass eine negative Äußerung über die Qualifikation eines Versicherungs- und Finanzdienstleistungsvermittlers gegenüber einem ehemaligen Kunden, um diesen zurückzugewinnen, als wettbewerbswidrig anzusehen ist, wenn die Behauptung bewusst oder erwiesen unwahr ist. Der Handelsvertreter gilt dabei als Beauftragter im Sinne des UWG, und solche unwahren Tatsachenbehauptungen sind nicht durch die Meinungsfreiheit geschützt.


Zusammenfassung der Entscheidung:

a) Wer will was von wem woraus? Ein Handelsvertreter (HV) oder ein Wettbewerber hat negative Äußerungen über die Qualifikation eines Versicherungs- und Finanzdienstleistungsvermittlers gegenüber einem ehemaligen Kunden getätigt, um diesen zurückzugewinnen. Der Geschädigte (vermutlich der betroffene Vermittler) klagt gegen den HV bzw. Wettbewerber wegen unlauteren Wettbewerbs nach dem UWG.

b) Was hat das Gericht entschieden? Das LG Münster hat entschieden, dass solche negativen Äußerungen als wettbewerbswidrig anzusehen sind, wenn sie bewusst oder erwiesen unwahr sind. Der HV gilt dabei als Beauftragter im Sinne des § 8 Abs. 2 UWG, und die unwahren Behauptungen sind nicht durch die Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG) geschützt.

c) Begründung des Gerichts:

  • Objektive Eignung zur Wettbewerbsförderung: Eine negative Äußerung gegenüber einem ehemaligen Kunden, um diesen zurückzugewinnen, ist objektiv geeignet, den Wettbewerb zu beeinflussen.
  • Subjektive Absicht: Der Handelnde muss die Absicht haben, den eigenen Absatz oder Bezug zum Nachteil eines anderen zu begünstigen.
  • Kein Schutz durch Meinungsfreiheit: Bewusst oder erwiesen unwahre Tatsachenbehauptungen fallen nicht unter den Schutz der Meinungsfreiheit.
  • HV als Beauftragter: Ein Handelsvertreter gilt als Beauftragter im Sinne des UWG, was die Anwendung der wettbewerbsrechtlichen Vorschriften ermöglicht.
KI INHALT
Handeln zum Zwecke des Wettbewerbs liegt vor, wenn ein Verhalten den Absatz zum Nachteil eines anderen fördert. Negative Äußerungen über einen Vermittler gegenüber ehemaligen Kunden können wettbewerbsfördernd sein. Bewusst unwahre Tatsachenbehauptungen sind nicht von der Meinungsfreiheit geschützt. Ein Handelsvertreter gilt als Beauftragter im Sinne des § 8 Abs. 2 UWG.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
HV
Unterlassungsanspruch
HV als Beauftragter
FUNDSTELLE
EversOK*
NORM
§ 3 UWG
§ 4 Nr. 8 UWG
§ 8 Abs. 2 UWG
REDAKTION
Evers
GERICHT
LG Münster
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
07.01.2008
AKTENZEICHEN
16 O 621/07
ECLI
LIEFERUNG
01.12.2013
ÄNDERUNG
25.06.2020