zum AA des HV in HVV mit Auslandsberührung - Rechtswahl und Schiedsverfahren vgl. Semler, ZVertriebsR 16, 139; Gräfe/Giesa, ZVertriebsR 14, 29
Vorinstanzen OLG Stuttgart, 16.01.2012 - 5 U 126/11 -; 29.12.2011 - 5 U 126/11 -; LG Heilbronn, 16.08.2011 - 21 O 33/10 -
zur Einordnung des § 89 b HGB als Eingriffsnorm vgl. Trittmann/Li, ZVertriebsR 25, 302
Mit diesem Beschluss stellt der VII. Zivilsenat klar, dass Prorogationsklauseln im HVV, die die Zuständigkeit eines außereuropäischen Drittstaates begründen, unwirksam sind, wenn das nach dem HVV anwendbare Recht den AA nicht anerkennt. Dies begründet jedoch nicht zwingend ein Gerichtsstand am inländischen Sitz des HV; vielmehr richtet sich die Zuständigkeit der Gerichte nach den anwendbaren zivilprozessualen Vorschriften. Verfügt der U im Inland weder über eine Niederlassung noch über Vermögen (z.B. in Form von Beteiligungen an Tochtergesellschaften; Forderungen gegen Kunden oder Gütern), könnte ein deutscher HVC trotz Unwirksamkeit der Gerichtsstandsvereinbarung gezwungen sein, den U vor den für dessen Sitz zuständigen Gerichten verklagen zu müssen. Für außereuropäische U, die neben dem an ihrem Heimatrecht auch ihren Heimatgerichtsstand vereinbaren möchten, bedeutet dies, dass sie mit Erfolg auch vor Gerichten im Heimatstaat bzw. Tätigkeitsgebiet des HV verklagt werden können.
Zu diesem Dokument sind in EVERS.OK redaktionell aufbereitete Leitsätze hinterlegt. Ergänzt werden diese durch weiterführende Rechtsprechungs- und Literaturverweise sowie Kommentierungen und Praxishinweise.
Jeder Leitsatz enthält zudem eine KI-generierte Liste mit Leitsätzen vergleichbarer Regelungsgehalte anderer Entscheidungen. Diese können bei der Recherche, der Einordnung verwandter Entscheidungen sowie in „Meine Akten“ weiterverwendet werden.
Für den Zugriff ist eine Anmeldung mit einem entsprechenden Zugang erforderlich.