Fazit/Kurzzusammenfassung:
Der OGH entscheidet, dass Handelsagenten, die wirtschaftlich und sozial in einer Abhängigkeit vom Geschäftsherrn stehen, die der eines Angestellten ähnlich ist, als arbeitnehmerähnliche Personen nach § 2 Abs 1 ArbGerG gelten.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Ein Handelsagent (oder eine Gruppe von Handelsagenten) strebt die Anerkennung als arbeitnehmerähnliche Person an, um in den Genuss der damit verbundenen Rechte (z. B. Zugang zu Arbeitsgerichten) zu kommen. Der Anspruch richtet sich gegen den Geschäftsherrn und stützt sich auf § 2 Abs 1 ArbGerG, der den Begriff der arbeitnehmerähnlichen Person definiert.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigt, dass Handelsagenten, deren wirtschaftliche Abhängigkeit vom Geschäftsherrn so stark ist, dass sie wirtschaftlich und sozial einem Angestellten gleichzustellen sind, als arbeitnehmerähnliche Personen im Sinne des § 2 Abs 1 ArbGerG anzusehen sind.
c) Begründung des Gerichts:
Das Gericht stützt sich auf die wirtschaftliche und soziale Abhängigkeit des Handelsagenten vom Geschäftsherrn. Diese Abhängigkeit muss so ausgeprägt sein, dass der Agent in seiner Stellung einem Angestellten nahekommt. Die Entscheidung verweist dabei auf eine frühere Judikatur (SZ 22/66), die diese Auslegung bereits bestätigt hat. Maßgeblich ist somit nicht die formale Vertragsbezeichnung, sondern die tatsächliche wirtschaftliche und soziale Situation des Handelsagenten.