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ERGEBNISVORSCHLÄGE

LG Baden-Baden, 17.01.1994 - 4 O 178/91 KfH

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Das Landgericht Baden-Baden entscheidet, dass ein Buchauszug nach § 87c Abs. 2 HGB aus sich heraus verständlich sein muss und nicht durch zusätzliche Unterlagen oder Vermerke ergänzt werden darf. Ein Hauptvertreter kann sich nicht darauf berufen, zur Erfüllung des Buchauszugsanspruchs eines Untervertreters auf den Unternehmer angewiesen zu sein.


a) Wer will was von wem woraus? Ein Untervertreter verlangt von seinem Hauptvertreter die Erstellung eines Buchauszugs gemäß § 87c Abs. 2 HGB. Der Hauptvertreter weigert sich mit der Begründung, er sei selbst auf die Mitwirkung des Unternehmers (U) angewiesen, um den Buchauszug zu erstellen.

b) Was hat das Gericht entschieden? Das Gericht bestätigt, dass der Hauptvertreter dem Untervertreter den Buchauszug schuldet und sich nicht auf die Abhängigkeit vom Unternehmer berufen kann. Zudem stellt es klar, dass ein Buchauszug selbstständig verständlich sein muss:

  • Unzulässig sind unvollständige Zusammenstellungen, die durch Vermerke auf Auftragsbestätigungen ergänzt werden müssen.
  • EDV-Ausdrucke mit Grunddaten (Kunde, Rechnungsnummer, Preis, Provision) genügen nicht, wenn sie keine Informationen zu Änderungen oder Stornierungen von Aufträgen enthalten.

c) Begründung des Gerichts:

  • Selbstständige Verständlichkeit: Der Buchauszug muss alle relevanten Informationen ohne externe Ergänzungen enthalten, insbesondere zu Abweichungen von ursprünglichen Auftragsvereinbarungen.
  • Anspruch des Untervertreters: Der Hauptvertreter kann sich nicht auf die Mitwirkungspflicht des Unternehmers berufen, da er selbst gegenüber dem Untervertreter aus § 87c Abs. 2 HGB verpflichtet ist.
  • Formelle Anforderungen: Die Vorlage bloßer EDV-Listen oder unvollständiger Dokumente erfüllt nicht den Zweck des Buchauszugs, der Transparenz über die Provisionsgrundlagen schaffen soll.
KI INHALT
Buchauszug nach § 87c Abs. 2 HGB muss aus sich heraus verständlich sein; EDV-Ausdrucke genügen nicht, wenn Änderungen nicht ersichtlich sind. Hauptvertreter hat Anspruch auf Buchauszug und kann Untervertreter nicht mit Abhängigkeit vom Unternehmer abweisen.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
Anforderungen an einen Buchauszug
Hauptvertreter
Untervertreter
FUNDSTELLE
HVR Nr. 781
NORM
§ 87 c Abs. 2 HGB
REDAKTION
Evers
GERICHT
LG Baden-Baden
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
17.01.1994
AKTENZEICHEN
4 O 178/91 KfH
ECLI
LIEFERUNG
01.11.1994
ÄNDERUNG
02.01.2026 09:34:29