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ERGEBNISVORSCHLÄGE

BAG, 05.09.1995 - 9 AZR 660/94

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden, dass die Verjährung von Provisionsansprüchen eines Handlungsgehilfen nicht durch eine Auskunftsklage unterbrochen wird. Die Provisionsansprüche verjähren vielmehr in zwei Jahren gemäß § 196 Abs. 1 Nr. 8 BGB. Der Auskunftsanspruch ist ein Hilfsanspruch, der entfällt, wenn der Hauptanspruch (Provision) nicht entstanden oder verjährt ist. Die vierjährige Verjährungsfrist des § 88 HGB gilt nur für Handelsvertreter, nicht für Handlungsgehilfen.


a) Wer will was von wem woraus? Ein Handlungsgehilfe (Angestellter in einem kaufmännischen Handelsgewerbe) verlangt von seinem Arbeitgeber Auskunft über seine Provisionsansprüche. Diese Auskunft dient der Durchsetzung seines Hauptanspruchs auf Provision (§§ 59, 65, 87c HGB).

b) Was hat das Gericht entschieden? Das BAG hat entschieden, dass:

  1. Die Verjährung der Provisionsansprüche (Hauptanspruch) nicht durch eine Auskunftsklage unterbrochen wird.
  2. Die Provisionsansprüche verjähren in zwei Jahren (§ 196 Abs. 1 Nr. 8 BGB).
  3. Der Auskunftsanspruch (Hilfsanspruch) erlischt, wenn der Hauptanspruch (Provision) nicht entstanden oder verjährt ist.
  4. Die vierjährige Verjährungsfrist des § 88 HGB gilt nur für Handelsvertreter (HV), nicht für Handlungsgehilfen, da § 65 HGB keine Verweisung auf § 88 HGB enthält.

c) Begründung des Gerichts:

  • Der Auskunftsanspruch ist ein Hilfsanspruch, der nur besteht, solange der Hauptanspruch (Provision) durchsetzbar ist.
  • Die zweijährige Verjährung ergibt sich aus § 196 Abs. 1 Nr. 8 BGB für Ansprüche von Handlungsgehilfen.
  • Eine analoge Anwendung von § 88 HGB (vierjährige Verjährung für Handelsvertreter) scheidet aus, da § 65 HGB keine entsprechende Verweisung enthält.
  • Die Auskunftsklage hat keine verjährungsunterbrechende Wirkung für den Provisionsanspruch.
KI INHALT
Auskunftsklage unterbricht nicht die Verjährung von Provisionsansprüchen eines Handlungsgehilfen, die nach § 196 Abs. 1 Nr. 8 BGB in zwei Jahren verjähren. Der Auskunftsanspruch ist ein Hilfsanspruch zum Hauptanspruch auf Provision und wird gegenstandslos, wenn dieser verjährt ist. Die vierjährige Verjährungsfrist des § 88 HGB gilt nur für Handelsvertreter.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
Verjährung von Provisionsansprüchen des Handlungsgehilfen
angestellter Vertriebsmitarbeiter
Reisender
Anspruch auf Provision
AiA
AN im Außendienst
Außendienstangestellter
Anspruch auf Auskunft
NORM
§ 196 Abs. 1 Nr. 8 BGB
§ 209 Abs. 1 BGB
§ 59 HGB
§ 65 HGB
§ 87 c HGB
§ 88 HGB
REDAKTION
Evers
GERICHT
BAG
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
05.09.1995
AKTENZEICHEN
9 AZR 660/94
ECLI
LIEFERUNG
01.06.1997
ÄNDERUNG
14.04.2021