Fazit/Kurzzusammenfassung:
Der BGH entscheidet, dass Importeure technischer Geräte aus den ursprünglichen EWG-Mitgliedsstaaten in Deutschland keine strengeren Prüfungspflichten haben als Großhändler inländischer Waren, da die allgemeine Verkehrssicherungspflicht keine weitergehende Prüfung verlangt.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
- Beteiligte: Importeure technischer Geräte (aus den ursprünglichen EWG-Staaten) vs. deutsche Großhändler inländischer Waren.
- Streitgegenstand: Die Frage, ob Importeure nach dem § 3 Maschinenschutzgesetz 1968 oder ihrer allgemeinen Verkehrssicherungspflicht strengere Prüfungspflichten für importierte Geräte tragen als Großhändler für inländische Produkte.
b) Entscheidung des Gerichts:
Der BGH verneint eine erweiterte Prüfungspflicht für Importeure. Sie sind nicht verpflichtet, importierte Geräte aus EWG-Staaten weitergehenden Prüfungen zu unterziehen als Großhändler bei inländischen Waren.
c) Begründung:
- Die allgemeine Verkehrssicherungspflicht verlangt keine unterschiedlich strengen Maßstäbe für Importeure im Vergleich zu inländischen Großhändlern.
- Eine Differenzierung wäre nicht gerechtfertigt, da die Geräte aus EWG-Staaten bereits den dortigen Sicherheitsstandards unterliegen und der freie Warenverkehr innerhalb der Gemeinschaft (heute EU) gefördert werden soll.
- Spezifisch zu § 3 Maschinenschutzgesetz 1968: Das Gesetz sieht keine spezielle Verschärfung für Importeure vor, sodass die allgemeine Pflicht ausreicht.
Hinweis: Die Entscheidung betont die Gleichbehandlung von Importwaren aus EWG-Staaten mit inländischen Produkten im Hinblick auf Prüfungspflichten.