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ERGEBNISVORSCHLÄGE

BAG, 05.11.1965 - 3 AZR 116/65

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Ein Einzelhandelskaufmann haftet für eine Ruhegeldzusage an einen ehemaligen Arbeitnehmer mit seinem gesamten Vermögen (betriebsgebunden und privat), selbst wenn der betreffende Betrieb später stillgelegt wird. Das Gericht verneint eine stillschweigende Beschränkung der Haftung auf das Betriebsvermögen oder eine Anpassung der Zusage an die Leistungsfähigkeit des Betriebs.


a) Wer will was von wem woraus?

  • Kläger: Ein ehemaliger Arbeitnehmer (AN) fordert Ruhegeldzahlungen.
  • Beklagter: Der Einzelhandelskaufmann (Unternehmer, U), der die Ruhegeldzusage erteilt hat.
  • Rechtsgrundlage: Die vom U erteilte Ruhegeldzusage aus dem früheren Arbeitsverhältnis.

b) Was hat das Gericht entschieden? Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden, dass der Unternehmer für die Ruhegeldzusage mit seinem gesamten Vermögen (betriebsgebunden und privat) haftet – auch wenn der Betrieb, in dem der AN tätig war, später wegen mangelnder Rentabilität stillgelegt wird. Eine Haftungsbeschränkung auf das Betriebsvermögen oder eine automatische Anpassung der Zusage an die Leistungsfähigkeit des Betriebs besteht nicht.

c) Begründung des Gerichts:

  1. Rechtssubjekte: Nur natürliche oder juristische Personen (hier: der Unternehmer als natürliche Person) können Träger von Rechten und Pflichten sein. Ein Betrieb ist keine Rechtspersönlichkeit, sondern nur eine organisatorische Einheit innerhalb des Unternehmens.
  2. Haftungsumfang: Der Unternehmer haftet für betriebsbezogene Verbindlichkeiten (wie Ruhegeldzusagen) mit seinem gesamten Vermögen, da er als Rechtssubjekt für alle seine Betriebe verantwortlich ist. Eine Beschränkung auf das Vermögen des jeweiligen Betriebs ist nicht möglich.
  3. Keine stillschweigende Bedingung: Die Ruhegeldzusage steht nicht unter der stillschweigenden Voraussetzung, dass der Betrieb leistungsfähig bleibt. Das "Wesen des Ruhegeldes" rechtfertigt keine Haftungsbeschränkung. Die Bindung des Ruheständlers an den Betrieb wird bereits durch das Widerrufsrecht des Arbeitgebers berücksichtigt.
KI INHALT
Haftung des Arbeitgebers für Ruhegeldzusagen: Ein Einzelhandelskaufmann haftet mit seinem gesamten Vermögen, auch bei Betriebsstilllegung. Eine Beschränkung auf das Betriebsvermögen ist nicht automatisch gegeben.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
Unbeschränkte persönliche Haftung des Betriebsinhabers für Ruhegeldzusage
FUNDSTELLE
DB 66, 115
BAGE 17, 331
MDR 66, 270
NJW 66, 517
NORM
§ 17 Abs. 1 HGB
REDAKTION
Evers
GERICHT
BAG
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
05.11.1965
AKTENZEICHEN
3 AZR 116/65
ECLI
LIEFERUNG
Grundwerk
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