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ERGEBNISVORSCHLÄGE

BGH, 28.11.1975 - I ZR 127/73

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Der BGH entscheidet, dass ein Vertrag, bei dem ein Gewerbetreibender die Niederlassung eines Unternehmers übernimmt und dabei im eigenen Namen, auf eigene Kosten und mit eigenem Risiko Geschäfte abschließt, kein Handelsvertretervertrag ist. Zudem prüft das Gericht die Sittenwidrigkeit eines solchen Vertrags.


Zusammenfassung der Entscheidung:

a) Wer will was von wem woraus? Ein Gewerbetreibender übernimmt die Niederlassung eines Unternehmers (U) und führt diese im eigenen Namen, mit eigenen Mitteln, Angestellten und vollem geschäftlichem Risiko. Es stellt sich die Frage, ob es sich dabei um einen Handelsvertretervertrag (HVV) handelt und ob der Vertrag sittenwidrig ist.

b) Was hat das Gericht entschieden? Der BGH verneint, dass es sich um einen HVV handelt, da der Gewerbetreibende nicht als Vertreter des Unternehmers auftritt, sondern selbstständig und in eigenem Namen agiert. Zudem setzt sich das Gericht mit der möglichen Sittenwidrigkeit eines solchen Vertrags auseinander (ohne dass die Entscheidung hierzu im Auszug explizit genannt wird).

c) Begründung des Gerichts: Die Abgrenzung zum HVV erfolgt anhand der selbstständigen und risikobehafteten Tätigkeit des Gewerbetreibenden. Ein Handelsvertreter handelt typischerweise im Namen und für Rechnung des Unternehmers, während hier der Gewerbetreibende eigene Geschäfte betreibt. Die fehlende Vertretungsmacht und die eigene Risikotragung sprechen gegen die Einordnung als HVV.


Kernaussage: Die Übernahme einer Niederlassung mit eigener Verantwortung und Risiko begründet kein Handelsvertreterverhältnis, sondern ist als eigenständige gewerbliche Tätigkeit einzuordnen. Die Sittenwidrigkeit eines solchen Vertrags bleibt im Einzelfall zu prüfen.

KI INHALT
Ein Gewerbetreibender, der eine Niederlassung übernimmt und im eigenen Namen Geschäfte abschließt, trägt das volle geschäftliche Risiko – dies ist kein Handelsvertretervertrag. Urteilsgründe zur Sittenwidrigkeit.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
Abgrenzung HV / U
Sittenwidrigkeit eines Absatzmittlungsvertrages
FUNDSTELLE
EversOK
WM 76, 181
NORM
§ 84 HGB
§ 138 BGB
REDAKTION
GERICHT
BGH
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
28.11.1975
AKTENZEICHEN
I ZR 127/73
ECLI
LIEFERUNG
Grundwerk
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