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ERGEBNISVORSCHLÄGE

BGH, 09.05.1957 - II ZR 6/56

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Der BGH entscheidet, dass ein Handelsmakler keinen Provisionsanspruch hat, wenn der von ihm vermittelte Kaufvertrag nicht durchgeführt wird und der Auftraggeber die Ware nur durch einen Notverkauf zu einem stark reduzierten Preis veräußern kann. Die Courtagezusage setzt voraus, dass das Geschäft tatsächlich abgewickelt und der volle Kaufpreis gezahlt wird.


Zusammenfassung der Entscheidung:

a) Wer will was von wem woraus? Ein Handelsmakler (HM) verlangt von seinem Auftraggeber die Zahlung einer Courtage (Provision) aus einem vermittelten Kaufvertrag. Der Auftraggeber weigert sich, da der Kunde die Ware nicht abgenommen hat und er diese nur durch einen Notverkauf zu einem deutlich niedrigeren Preis veräußern konnte.

b) Was hat das Gericht entschieden? Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigt, dass der Provisionsanspruch des Maklers entfällt, wenn der Kaufvertrag nicht durchgeführt wird und der Notverkauf zu einem erheblichen Preisverfall führt. Die Courtage ist nur fällig, wenn das Geschäft tatsächlich abgewickelt wird und der volle Gegenwert beim Auftraggeber eingeht.

c) Begründung des Gerichts:

  • Wirtschaftlicher Erfolg entscheidend: Nicht die juristische Identität des Geschäfts, sondern der tatsächliche wirtschaftliche Erfolg ist maßgeblich. Ein Notverkauf zu stark reduzierten Preisen stellt kein im Wesentlichen gleichwertiges Geschäft dar (Anschluss an RG-Rechtsprechung).
  • Courtagezusage als Bedingung: Wenn die Parteien vereinbaren, dass die Provision erst bei vollständiger Abwicklung und Zahlung fällig wird, entfällt der Anspruch bei Nichtausführung.
  • Verlustgeschäft: Ein Notverkauf mit erheblichen Verlusten bricht den Zusammenhang zwischen der Maklertätigkeit und dem endgültigen Geschäft, da der wirtschaftliche Erfolg nicht mehr dem vermittelten Vertrag entspricht.

Rechtsgrundlage: Fortführung der Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 115, 266; RG JW 16, 1775).

KI INHALT
Provisionsanspruch des Handelsmaklers entfällt, wenn der Kaufvertrag nicht durchgeführt wird und die Ware im Notverkauf stark verbilligt veräußert werden muss, da dann der wirtschaftliche Erfolg nicht erreicht wird.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
Anspruch des HM auf Courtage bei Nichtausführung des Geschäfts
wirtschaftliche Identität
FUNDSTELLE
HVR Nr. 141
HVuHM Nr. 14/57, 362
NORM
§ 652 BGB
REDAKTION
Evers
GERICHT
BGH
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
09.05.1957
AKTENZEICHEN
II ZR 6/56
ECLI
LIEFERUNG
01.03.1999
ÄNDERUNG
06.08.2018