Fazit/Kurzzusammenfassung:
Das FG Hamburg entscheidet, dass eine Abfindung an einen Handelsvertreter (HV) nur dann steuerbegünstigt ist, wenn sie als Ausgleichszahlung für entgangene Provisionen (nicht für Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis) gezahlt wird und der Zufluss endgültig ist. Die Außerordentlichkeit der Einkünfte ist für die ermäßigte Besteuerung irrelevant.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Ein Handelsvertreter (HV) begehrt die steuerliche Begünstigung einer erhaltenen Abfindung. Diese soll als Ausgleichszahlung für entgangene Provisionen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses steuerlich ermäßigt besteuert werden.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Das FG Hamburg bestätigt, dass eine steuerfreie Abfindung nur vorliegt, wenn sie nicht Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis abgilt, sondern speziell als Ausgleichszahlung für den HV (z. B. für entgangene Provisionen) gezahlt wird. Zudem setzt die Prüfung der Steuerbegünstigung den endgültigen Zufluss der Leistung voraus. Die Außerordentlichkeit der Einkünfte spielt für die ermäßigte Besteuerung keine Rolle mehr.
c) Begründung des Gerichts:
- Endgültiger Zufluss: Die Steuerbegünstigung kann erst geprüft werden, wenn die Leistung tatsächlich und unwiderruflich zugeflossen ist.
- Abgrenzung zu Arbeitsverhältnisansprüchen: Abfindungen, die Ansprüchen aus einem Arbeitsverhältnis entspringen (z. B. Lohnersatz), sind nicht begünstigt.
- Irrelevanz der Außerordentlichkeit: Bei Ausgleichszahlungen an HV ist die Frage, ob die Einkünfte "außerordentlich" sind, für die ermäßigte Besteuerung nicht mehr entscheidend.