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ERGEBNISVORSCHLÄGE

BGH, 28.01.1977 - I ZR 171/75

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Der BGH entscheidet, dass ein Schuldner, der den Gläubiger arglistig über dessen Provisionsansprüche täuscht und dadurch deren Verjährung verursacht, sich nicht auf die Verjährung berufen darf. Der Gläubiger kann stattdessen Schadensersatz verlangen und die Ansprüche als unverjährt geltend machen. Dies gilt auch für die Aufrechnung mit solchen Forderungen.


Zusammenfassung der Entscheidung:

a) Wer will was von wem woraus?

  • Wer? Ein Handelsvertreter (HV) will Provisionsansprüche gegen einen Unternehmer (U) geltend machen.
  • Was? Der HV verlangt, dass der U die verjährten Provisionsansprüche als unverjährt gegen sich gelten lässt (Schadensersatz nach §§ 826, 249 BGB).
  • Woraus? Weil der U den HV arglistig über die Entstehung der Provisionsansprüche getäuscht hat, wodurch diese verjährten.

b) Was hat das Gericht entschieden?

  • Der U kann sich nicht auf die Verjährung berufen, wenn er die Verjährung durch arglistige Täuschung herbeigeführt hat.
  • Der HV kann verlangen, so gestellt zu werden, als sei die Verjährung nicht eingetreten (§ 249 BGB).
  • Die Aufrechnung mit einer solchen Forderung ist zulässig, auch wenn sie an sich verjährt ist.

c) Begründung des Gerichts:

  • Schadensersatz statt Verjährungseinrede: Die Verjährungsvorschriften dienen dem Rechtsfrieden, aber nicht dem Schutz eines Schuldners, der die Verjährung vorsätzlich und sittenwidrig herbeiführt (§ 826 BGB).
  • Aufrechnung: Nach § 390 BGB ist die Aufrechnung mit einer Forderung zulässig, die der Schuldner als unverjährt gegen sich gelten lassen muss.
  • Hinweispflichten: Vergleichbare Grundsätze gelten z. B. für Anwälte oder Architekten, die ihren Mandanten nicht auf drohende Verjährung oder Schadensersatzansprüche hinweisen.

Relevante Rechtsgrundlagen:

  • §§ 826, 249 BGB (Schadensersatz bei sittenwidriger Schädigung)
  • § 852 BGB (Verjährung von Schadensersatzansprüchen)
  • § 390 BGB (Aufrechnung mit verjährten Forderungen).
KI INHALT
Arglistige Täuschung über Provisionsansprüche kann Verjährungseinrede ausschließen; Schadensersatzpflicht bei vorsätzlicher Herbeiführung der Verjährung durch Schuldner oder fehlerhafte Beratung (z.B. durch Anwalt/Architekt). Aufrechnung mit als unverjährt geltenden Forderungen ist zulässig.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
arglistige Täuschung über Entstehung von Provisionsansprüchen
Verjährung
Schadensersatzanspruch des HV
vorsätzliche sittenwidrige Schädigung
arglistiges Verschweigen von provisionspflichtigen Geschäften
Arglist
Provisionsanspruch
FUNDSTELLE
EversOK
BB 77, 414
DB 77, 2443
EBE 77, 115
HVR Nr. 506
WM 77, 410
HVuHM 77, 600
LM Nr. 4 zu § 88 HGB
DRsp-ROM Nr. 1996/14726
DRsp I (112) 32 Nr. 6
DRsp I (123) 208 a
DRsp II (210) 65 Nr. 2
MDR 77, 468
NORM
§ 88 HGB
§ 826 BGB
§ 249 BGB
§ 390 BGB
§ 242 BGB
REDAKTION
Evers
GERICHT
BGH
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
28.01.1977
AKTENZEICHEN
I ZR 171/75
ECLI
LIEFERUNG
Grundwerk
ÄNDERUNG
31.03.2026 11:16:10