Fazit/Kurzzusammenfassung:
Der BFH bestätigt in seinem Urteil vom 28.10.1976 (IV R 76/72), dass die direkte Methode zur Berechnung des Geschäftswerts als Hilfsmittel geeignet ist, um zu prüfen, ob eine Teilwertabschreibung für einen derivativen Geschäftswert (z. B. Firmenwert) wegen Wertminderung gerechtfertigt ist. Dabei sind auch die Einzelfaktoren der wirtschaftlichen Entwicklung zu berücksichtigen.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Ein Steuerpflichtiger beantragt die Anerkennung einer Teilwertabschreibung auf einen erworbenen (derivativen) Geschäftswert (z. B. Firmenwert) im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung. Er stützt sich dabei auf die direkte Methode zur Wertberechnung und argumentiert, dass der Wert des Geschäftswerts aufgrund negativer wirtschaftlicher Entwicklungen gesunken sei. Das Finanzamt lehnt die Abschreibung ab, woraufhin der Steuerpflichtige klagt.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Der Bundesfinanzhof (BFH) entscheidet, dass die direkte Methode als brauchbares Hilfsmittel für die Prüfung herangezogen werden kann, ob der Teilwert des Geschäftswerts gesunken ist und eine Abschreibung somit gerechtfertigt ist.
c) Begründung des Gerichts:
Der BFH führt aus, dass die direkte Methode – neben der Berücksichtigung individueller wirtschaftlicher Faktoren (z. B. Marktlage, Unternehmensentwicklung) – eine taugliche Grundlage bietet, um den gesunkenen Teilwert nachzuweisen. Eine Teilwertabschreibung ist demnach möglich, wenn der tatsächliche Wert des Geschäftswerts unter den Anschaffungskosten liegt und dies durch die direkte Methode oder andere plausible Berechnungsverfahren belegt werden kann.
Kernaussage:
Die direkte Methode ist ein anerkennungsfähiges Instrument zur Überprüfung von Wertminderungen bei derivativen Geschäftswerten, sofern sie durch konkrete wirtschaftliche Umstände gestützt wird.