Fazit/Kurzzusammenfassung:
Das Finanzgericht Niedersachsen hat entschieden, dass der Ausgleichsanspruch eines Handelsvertreters nach § 89b HGB zum steuerbegünstigten Aufgabegewinn gehört, wenn der Gewerbebetrieb mit dem Tod des Unternehmers als aufgegeben gilt und von den Erben nicht fortgeführt wird. Die Steuerpflicht entsteht dabei noch in der Person des verstorbenen Unternehmers.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Die Erben eines verstorbenen Unternehmers (U) machen als Handelsvertreter (HV) einen Ausgleichsanspruch (AA) nach § 89b HGB geltend. Die Frage ist, ob dieser Anspruch steuerlich als Teil des Aufgabegewinns gem. § 16 EStG zu behandeln ist.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Das Gericht hat festgestellt, dass der AA zum steuerbegünstigten Aufgabegewinn gehört, wenn:
- der Gewerbebetrieb mit dem Tod des U als aufgegeben gilt (weil die Erben ihn nicht fortführen) und
- der Aufgabegewinn einkommensteuerlich noch dem verstorbenen U zugerechnet wird.
c) Begründung des Gerichts:
- Nach § 16 EStG entsteht ein Aufgabegewinn, wenn ein Gewerbebetrieb aufgegeben wird.
- Stirbt der U und führen die Erben das Unternehmen nicht fort, gilt der Betrieb als aufgegeben.
- Der AA des HV ist in diesem Fall Bestandteil des Aufgabegewinns, da er wirtschaftlich mit der Beendigung der Geschäftstätigkeit zusammenhängt.
- Die steuerliche Erfassung erfolgt in der Person des verstorbenen U, da der Gewerbebetrieb noch zu seinem Vermögen gehörte.
Relevante Rechtsgrundlagen:
- § 16 EStG (Aufgabegewinn)
- § 89b HGB (Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters)