Fazit/Kurzzusammenfassung:
Das Finanzamt Hamburg entscheidet, dass nur Geschenke des Unternehmers an den Handelsvertreter – nicht aber umgekehrt – als unbeschränkte Betriebsausgaben abziehbar sind, wenn eine ständige Geschäftsbeziehung aufgrund eines Handelsvertretervertrags besteht.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
- Steuerpflichtiger (Unternehmer oder Handelsvertreter) beantragt den unbeschränkten Abzug von Geschenkaufwendungen als Betriebsausgaben nach § 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG.
- Die Finanzbehörde Hamburg klärt, ob dies für Geschenke in beide Richtungen (U → HV und HV → U) gilt.
b) Entscheidung des Gerichts:
- Nur Aufwendungen für Geschenke des Unternehmers an den Handelsvertreter sind unbeschränkt abziehbar.
- Geschenke des Handelsvertreters an den Unternehmer fallen nicht unter die Ausnahme und unterliegen damit der Abzugsbeschränkung.
c) Begründung:
- Die Ausnahme in § 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG gilt explizit für Aufwendungen an Personen in ständiger Geschäftsbeziehung aufgrund eines Handelsvertretervertrags.
- Die Finanzbehörde interpretiert dies im Einvernehmen mit dem Bundesfinanzministerium (BdF) und den Finanzministern der Länder einseitig: Nur die Richtung U → HV ist begünstigt, da der HV typischerweise als Empfänger von Geschenken im Rahmen der Geschäftsbeziehung agiert.
- Eine Ausweitung auf Geschenke des HV an den U wird abgelehnt, da dies nicht dem Wortlaut und Zweck der Norm entspricht.
Hinweis: Die Entscheidung ist vorläufig und vorbehaltlich einer abweichenden Entscheidung höherer Rechtsmittelbehörden.