Fazit/Kurzzusammenfassung:
Ein Praxis-Consultant, der ärztliche Praxen betriebswirtschaftlich berät, kann sein häusliches Arbeitszimmer als Mittelpunkt seiner beruflichen Tätigkeit ansehen, selbst wenn er einen Teil seiner Arbeitszeit im Außendienst verbringt.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Ein Praxis-Consultant (Kläger) begehrt die steuerliche Anerkennung seines häuslichen Arbeitszimmers als Mittelpunkt seiner beruflichen Betätigung. Das Finanzamt (Beklagter) verweigert dies mit der Begründung, dass der Kläger einen erheblichen Teil seiner Arbeitszeit im Außendienst verbringt.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass das häusliche Arbeitszimmer des Praxis-Consultants den Mittelpunkt seiner beruflichen Betätigung darstellen kann, auch wenn er einen nicht unerheblichen Teil seiner Arbeitszeit im Außendienst verbringt.
c) Wie hat das Gericht seine Entscheidung begründet?
Der BFH begründet seine Entscheidung damit, dass die berufliche Tätigkeit des Klägers nicht allein durch die Zeit im Außendienst bestimmt wird. Vielmehr kommt es darauf an, ob das häusliche Arbeitszimmer organisatorisch und funktional den Mittelpunkt der beruflichen Betätigung bildet. Dies sei bei einem Praxis-Consultant der Fall, da dort zentrale Aufgaben wie Planung, Vorbereitung und Nachbereitung der Beratungen stattfinden.