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ERGEBNISVORSCHLÄGE

OLG Düsseldorf, 27.03.1968 - 8 W 126/67

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Das OLG Düsseldorf entscheidet, dass ein Handelsvertreter (HV) bei der Bucheinsicht nach § 87c Abs. 4 HGB das Recht hat, sich eines Buchsachverständigen zu bedienen, sofern der Unternehmer (U) nicht selbst von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, die Einsicht ausschließlich einem Sachverständigen zu gewähren.


a) Wer will was von wem woraus? Ein Handelsvertreter (HV) begehrt von einem Unternehmer (U) das Recht, bei der Einsichtnahme in dessen Geschäftsbücher und Unterlagen (§ 87c Abs. 4 HGB) einen Buchsachverständigen hinzuzuziehen. Der Streit entzündet sich an der Auslegung des § 87c Abs. 4 HGB, der dem Unternehmer ein Wahlrecht einräumt, die Bucheinsicht entweder dem HV oder einem Sachverständigen zu gestatten.


b) Was hat das Gericht entschieden? Das Gericht entscheidet, dass der HV berechtigt ist, sich bei der Bucheinsicht der Hilfe eines Sachverständigen zu bedienen, wenn der Unternehmer nicht selbst sein Wahlrecht ausübt und die Einsicht ausschließlich einem Sachverständigen überlässt.


c) Begründung des Gerichts:

  1. Zweck der Norm: § 87c Abs. 4 HGB soll dem HV ermöglichen, sich umfassend über provisionspflichtige Geschäfte zu informieren. Dies erfordert oft die Prüfung komplexer Unterlagen (z. B. Kaufverträge, Lieferscheine), was spezielle Kenntnisse voraussetzt.
  2. Praktische Schwierigkeiten: Die Einsichtnahme ist ohne fachliche Unterstützung oft kaum durchführbar, da der HV häufig nicht über die nötige Expertise verfügt, um Fehler in der Abrechnung des U zu erkennen.
  3. Wahlrecht des U: Das Wahlrecht des U nach § 87c Abs. 4 HGB (Einsicht nur durch HV oder Sachverständigen) dient nur dazu, dem U die Möglichkeit zu geben, die Bücher ausschließlich einem Sachverständigen vorzulegen – nicht jedoch, dem HV die Hinzuziehung eines Sachverständigen zu verwehren, wenn der U von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch macht.
  4. Interessenabwägung: Ein Verbot der Sachverständigen-Hilfe für den HV würde den Zweck der Norm vereiteln, da dieser dann nicht effektiv prüfen könnte, ob ihm alle provisionspflichtigen Geschäfte (auch solche ohne seine Mitwirkung in seinem Bezirk) korrekt abgerechnet wurden.
KI INHALT
Der Unternehmer kann nach § 87c Abs. 4 HGB wählen, ob er die Bucheinsicht dem Handelsvertreter oder einem Sachverständigen gewährt, aber der Handelsvertreter darf sich bei der Einsicht eines Sachverständigen bedienen, um provisionspflichtige Geschäfte zu überprüfen.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
Kosten der Bucheinsicht
Hinzuziehung eines vereidigten Buchprüfers oder eines Wirtschaftsprüfers durch den HV
FUNDSTELLE
VW 68, 1343
HVR Nr. 383
HVuHM 68, 461
NORM
§ 87 c Abs. 4 HGB
§ 87 c Abs. 4, 2. HS, 1. Var. HGB
REDAKTION
Evers
GERICHT
OLG Düsseldorf
SPRUCHTYP
Beschluss
DATUM
27.03.1968
AKTENZEICHEN
8 W 126/67
ECLI
LIEFERUNG
Grundwerk
ÄNDERUNG
20.04.2026 17:14:12