Fazit/Kurzzusammenfassung:
Das LAG Berlin entschied am 16.05.1978, dass die fristlose Kündigung einer Dolmetscherin in einer Anwaltskanzlei gerechtfertigt ist, wenn sie von den (meist ausländischen) Mandanten finanzielle Zuwendungen fordert.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Die Arbeitgeberin (eine Rechtsanwaltskanzlei) möchte eine fristlose Kündigung gegenüber ihrer Arbeitnehmerin (einer ausländischen Dolmetscherin) aussprechen. Grund hierfür ist, dass die Dolmetscherin von den überwiegend ausländischen Mandanten der Kanzlei finanzielle Zuwendungen gefordert hat. Rechtsgrundlage ist § 626 Abs. 1 BGB (fristlose Kündigung aus wichtigem Grund).
b) Was hat das Gericht entschieden?
Das Landesarbeitsgericht Berlin hat die fristlose Kündigung für rechtmäßig erklärt. Das Verhalten der Dolmetscherin stellt einen wichtigen Grund für die Kündigung dar.
c) Wie hat das Gericht seine Entscheidung begründet?
Das Gericht argumentiert, dass das Fordern finanzieller Zuwendungen von Mandanten durch die Dolmetscherin ein schwerwiegendes Fehlverhalten ist. Dieses Verhalten untergräbt das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin und schadet zudem dem Ansehen der Kanzlei. Daher sei die fristlose Kündigung nach § 626 Abs. 1 BGB gerechtfertigt.