Fazit/Kurzzusammenfassung:
Das LAG Hamm bestätigte in seinem Urteil vom 20.12.2001, dass ein Arbeitnehmer bei einer zu geringen Karenzentschädigung nur die vereinbarte (und nicht die gesetzliche Mindest-)Entschädigung verlangen kann, da ihm ein Wahlrecht seinen Schutzinteressen ausreichend Rechnung trägt. Zudem führte es aus, dass eine gegen § 74c HGB verstoßende Anrechnung anderweitigen Erwerbs nur die Unwirksamkeit der Anrechnungsregelung, nicht aber des gesamten Wettbewerbsverbots zur Folge hat.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Ein Arbeitnehmer (AN) macht gegen seinen Arbeitgeber Ansprüche aus einer Wettbewerbsvereinbarung geltend, in der eine zu geringe Karenzentschädigung sowie eine gegen § 74c HGB verstoßende Anrechnung anderweitigen Erwerbs vereinbart wurde.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Das LAG Hamm entschied:
- Der AN kann bei einer zu geringen Karenzentschädigung nur die vereinbarte Entschädigung (und nicht die gesetzliche Mindestentschädigung) beanspruchen, da ihm ein Wahlrecht eingeräumt wird.
- Eine gegen § 74c HGB verstoßende Anrechnungsregelung ist unwirksam, aber das Wettbewerbsverbot selbst bleibt wirksam.
c) Begründung des Gerichts:
- Karenzentschädigung: Das Gericht hält an der Rechtsprechung des BAG fest, dass das Wahlrecht des AN (zwischen vereinbarter und gesetzlicher Entschädigung) dessen Schutzinteressen ausreichend berücksichtigt.
- Anrechnungsregelung: Ein Verstoß gegen § 74c HGB führt nur zur Unwirksamkeit der Anrechnungsregelung, nicht des gesamten Wettbewerbsverbots, da die Vereinbarung im Übrigen wirksam bleibt.