Fazit/Kurzzusammenfassung:
Das Finanzgericht Baden-Württemberg entschied am 18.03.1965 (Az. I 72/64), dass ein Handelsvertreter (HV) seinen Ausgleichsanspruch (AA) erst nach Beendigung des Vertrages in seiner Bilanz aktivieren darf.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Ein Handelsvertreter (HV) begehrt die Aktivierung seines Ausgleichsanspruchs (AA) in seiner Bilanz. Der AA ergibt sich aus den gesetzlichen Vorschriften (§ 89b HGB), die dem HV nach Beendigung des Vertragsverhältnisses einen finanziellen Ausgleich für seine Tätigkeit gewähren.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Das Finanzgericht Baden-Württemberg urteilte, dass der HV den AA erst nach Beendigung des Vertrages in seiner Bilanz als Aktivposten ausweisen darf.
c) Begründung des Gerichts:
Das Gericht stützt seine Entscheidung darauf, dass der Ausgleichsanspruch erst mit der Beendigung des Handelsvertretervertrags fällig wird. Vor diesem Zeitpunkt besteht zwar eine rechtliche Grundlage für den Anspruch, jedoch ist er noch nicht realisiert und somit nicht bilanzierungsfähig. Die Aktivierung vor Vertragsende würde daher gegen die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) verstoßen, insbesondere gegen das Realisationsprinzip, das die Berücksichtigung von Erträgen erst bei deren tatsächlichem Entstehen vorsieht.