Vorinstanzen OLG Wien, 12.03.2002 - GZ 3 R 131/01h-16 -; HG Wien, 12.04.2001 - GZ 19 Cg 62/00i-10 -
Die Sache war nicht zur Entscheidung reif. Der Senat hat sie an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Hierzu erging die folgende Segelanweisung: Die Feststellungen über neue Stammkunden und intensivierte Altkunden sind zu präzisieren. Zu Letzteren zählen unter der Voraussetzung einer gewissen Beständigkeit schon jene Kunden, bei denen gegenüber einer Beobachtungszeit vor Aufnahme der Tätigkeit des HV ein etwa doppelt so hoher Umsatz erzielt wurde. Eine mathematisch exakte starre Grenze von 100 % ist abzulehnen. Für das als Bemessungsgrundlage heranzuziehende letzte Vertragsjahr sind einerseits die Überhangprovisionen betreffend neue Stammkunden und intensivierte Altkunden einzubeziehen, andererseits die Überhangprovisionen auszuscheiden, die dem HV in diesem Jahr aus Geschäften zugeflossen sind, die im Jahr zuvor geschlossen wurden. Die maßgebenden Provisionen im letzten Vertragsjahr sind, wenn sich ergeben sollte, dass sie brutto bezahlt wurden, mit einem Bruttobetrag (inklusive Umsatzsteuer) zu ermitteln. Die im ersten Rechtsgang herangezogene Abwanderungsprognose von 15 % (jeweils vom vorangehenden Jahr) ist beizubehalten, ebenso die Abzinsung von 5 % pro Jahr. Ein Prognosezeitraum von vier Jahren ist angemessen. Allerdings ist bereits für das erste Jahr nach Beendigung des Vertragsverhältnisses eine Kürzung durch die Abwanderungsquote und die Abzinsung vorzunehmen. Von dem sich auf diese Weise errechneten Rohausgleich ist die im ersten Folgejahr ausbezahlte Überhangprovision abzuziehen. Der im ersten Rechtsgang aus Billigkeitsgründen vorgenommene Abzug von ca 11 % ist in diesem Einzelfall angemessen.
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