zum Investitionsschutz nach schweizerischem Recht vgl. Meyer, Der Alleinvertrieb, 2.A., S. 282 ff.
Für den schweizerischen Rechtskreis ergibt sich der Investionsersatzanspruch aus dem Gesichtspunkt des Rechtsmissbrauchsverbots in Art. 2 Abs. 2 ZGB, wenn der U auf missbräuchliche Art und Weise von seinem Kündigungsrecht Gebrauch macht. Der Anspruch setzt voraus (vgl. dazu Meyer, Der Alleinvertrieb, 2.A., S. 282), dass
a) der U einen Vertrauenstatbestand gesetzt hat;
b) der VH gestützt auf diesen Vertrauenstatbestand investiert hat;
c) die Investition aus der Sicht des VH vom U veranlasst (= fremdbestimmt) ist;
d) die Investition irreversibel ist;
e) das Vertrauen des VH schutzwürdig ist.
Ihrer Rechtsfolge nach ist der Investitionsersatzanspruch nicht auf den Vertrauenschaden begrenzt, sondern er umfasst auch den Ersatz für die investitionsbezogene Gewinnerwartung des VH (Meyer, Der Alleinvertrieb, 2.A., S. 282 unter Hinweis auf Cherpillod Ivan, La fin des contrats de durée 1988, 38; Bénédict Martine, Le contrat de concession de vente exclusive, 1975, 67; BGE 88 II, 169; 79 II, 388). Problematisch ist allerdings, dass Art. 418 n OR eine widerlegbare Vermutung dahingehend statuiert, dass ein Auslagenersatz nicht geschuldet wird, wenn die Auslagen nicht auf besondere Weisung des Auftraggebers gemacht worden sind.
zum Investitionsschutz nach deutschem Recht vgl. OLG München, 21.01.1993 LS 11 m.w.N.
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