Fazit/Kurzzusammenfassung:
Das BAG hat entschieden, dass ein Zentraleinkäufer in einem Warenhausunternehmen, der nur für ein begrenztes Warensortiment und einen geringen Umsatzanteil zuständig ist, nicht als leitender Angestellter gilt – selbst wenn er an einem großen Führungsgremium teilnimmt.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Der Kläger (Zentraleinkäufer für Damenlederwaren) begehrt die Anerkennung als leitender Angestellter (mit entsprechenden Rechten, z. B. nach § 14 KSchG). Er stützt sich darauf, dass er der dritten Führungsebene angehört und an einem 324-köpfigen Firmenleitungskreis teilnimmt, der die Unternehmensführung insgesamt wahrnimmt. Der Arbeitgeber (Warenhausunternehmen) bestreitet diesen Status.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Das BAG hat die Klage abgewiesen: Der Zentraleinkäufer ist kein leitender Angestellter, da seine Aufgaben (begrenztes Sortiment, <1 % des Einkaufsumsatzes) keine unternehmerische Teilfunktion begründen. Die bloße Mitgliedschaft im Firmenleitungskreis reicht hierfür nicht aus.
c) Begründung des Gerichts:
- Fehlende unternehmerische Verantwortung: Leitende Angestellte müssen wesentliche unternehmerische Entscheidungen treffen oder erheblichen Einfluss auf die Unternehmensführung haben. Der Kläger war jedoch nur für einen kleinen Bereich zuständig.
- Keine individuelle Teilfunktion: Die Teilnahme an einem großen Gremium (hier: 324 Personen) belegt keine persönliche unternehmerische Rolle, sondern ist Ausdruck einer kollektiven Struktur.
- Quantitative Bedeutung: Der geringe Umsatzanteil (<1 %) unterstreicht, dass seine Tätigkeit nicht prägend für das Unternehmen war.
Rechtsgrundlage: § 5 Abs. 3 BetrVG (Definition leitender Angestellter) – erforderlich ist eine selbstständige, unternehmerische Funktion, die hier nicht gegeben war.