Fazit/Kurzzusammenfassung:
Das LG Hamburg entschied, dass ein Handelsvertreter (HV) vom Unternehmer (U) die vollständige Anfertigung eines Buchauszugs verlangen kann, wenn dieser unvollständig ist – insbesondere bei fehlenden Daten zu Auftragsabschlüssen oder Daueraufträgen. Der U muss die Kosten tragen und ggf. einen Vorschuss leisten. Kein Anspruch besteht jedoch auf zusätzliche Daten (z. B. Zahlungseingänge), wenn der U die Provision ohnehin garantiert.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Der Handelsvertreter (HV) verlangt vom Unternehmer (U) die vollständige Anfertigung eines Buchauszugs gemäß § 87c HGB, da der vom U erstellte Auszug wichtige Daten (z. B. Auftragsdatum, Anzeigenwert, Daueraufträge) fehlen lässt.
b) Was hat das Gericht entschieden?
- Der HV wird ermächtigt, den Buchauszug auf Kosten des U anfertigen zu lassen (§ 887 Abs. 1 ZPO).
- Der U muss einen Kostenvorschuss für die Anfertigung zahlen (§ 887 Abs. 2 ZPO).
- Kein Anspruch des HV auf Mitteilung weiterer Daten (z. B. Ausführungsstadium, Zahlungseingänge), da der U die Provision unabhängig von der Zahlung der Anzeigenhonorare (unter DM 1.000) garantiert.
c) Begründung des Gerichts:
- Der Buchauszug ist unvollständig und genügt nicht den gesetzlichen Anforderungen (§ 87c HGB).
- Die Ermächtigung zur selbstständigen Anfertigung und der Kostenvorschuss sind gerechtfertigt, da der U seine Pflicht zur vollständigen Information nicht erfüllt hat.
- Zusätzliche Daten sind nicht erforderlich, weil der U die Provision ohnehin leistet – selbst bei Nichtzahlung durch den Kunden.