Zurück zu den Ergebnissen

ERGEBNISVORSCHLÄGE

LG Trier, 14.04.1994 - 7 HO 86/93

VERFAHRENSINFORMATIONEN

Berufungsurteil OLG Koblenz, 19.09.1996

LEITSÄTZE

Zu diesem Dokument sind in EVERS.OK redaktionell aufbereitete Leitsätze hinterlegt. Ergänzt werden diese durch weiterführende Rechtsprechungs- und Literaturverweise sowie Kommentierungen und Praxishinweise.

Jeder Leitsatz enthält zudem eine KI-generierte Liste mit Leitsätzen vergleichbarer Regelungsgehalte anderer Entscheidungen. Diese können bei der Recherche, der Einordnung verwandter Entscheidungen sowie in „Meine Akten“ weiterverwendet werden.

Für den Zugriff ist eine Anmeldung mit einem entsprechenden Zugang erforderlich.

Anmelden


Zugang auswählen
KI-EXZERPT

Fazit/Kurzzusammenfassung: Das LG Trier hat entschieden, dass ein Handelsvertreter, der wiederholt seiner vertraglichen Berichtspflicht nicht nachkommt und damit maßgeblich zur Beendigung des Vertrages beiträgt, einen Billigkeitsabschlag beim Ausgleichsanspruch nach § 89b Abs. 1 Nr. 3 HGB hinnehmen muss. Zudem sind auch Geschäfte mit Anschauungs- und Vorführmaterial (hier: Musterfenster) provisionspflichtig, sofern keine abweichende Vereinbarung besteht.


Zusammenfassung der Entscheidung:

a) Wer will was von wem woraus? Ein Handelsvertreter (HV) verlangt von seinem Unternehmer nach Beendigung des Handelsvertretervertrags (HVV) einen Ausgleichsanspruch nach § 89b HGB. Der Unternehmer wendet ein, der HV habe durch wiederholte Nicht-Erfüllung seiner wöchentlichen Berichtspflicht maßgeblich zur Vertragsbeendigung beigetragen und verlange zudem Provision für Geschäfte mit Musterfenstern.

b) Was hat das Gericht entschieden? Das Landgericht Trier hat entschieden, dass:

  1. Der HV aufgrund seiner Pflichtverletzungen (Nichterfüllung der Berichtspflicht) einen Billigkeitsabschlag beim Ausgleichsanspruch nach § 89b Abs. 1 Nr. 3 HGB hinnehmen muss.
  2. Geschäfte mit Anschauungs- und Vorführmaterial (Musterfenster) sind provisionspflichtig, sofern keine abweichende Vereinbarung vorliegt.

c) Begründung des Gerichts:

  • Billigkeitsabschlag: Die wiederholte und längere Nicht-Erfüllung der vertraglichen Berichtspflicht stellt eine schwerwiegende Pflichtverletzung dar, die die Beendigung des HVV mitverursacht hat. Dies rechtfertigt eine Kürzung des Ausgleichsanspruchs aus Billigkeitsgründen.
  • Provision für Musterfenster: Da keine abweichende Vereinbarung zwischen den Parteien bestand, gelten auch Geschäfte mit Anschauungsmaterial als provisionspflichtig, da sie der Förderung des Geschäfts des Unternehmers dienen.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
Billigkeit
Billigkeitsgesichtspunkt
Verletzung der Berichtspflicht
Provisionspflicht für Musterlieferungen
Anschauungsmaterial
Musterfenster
FUNDSTELLE
EversOK*
NORM
§ 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB
§ 86 Abs. 2 HGB
§ 87 Abs. 2 HGB
REDAKTION
Evers
GERICHT
LG Trier
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
14.04.1994
AKTENZEICHEN
7 HO 86/93
ECLI
LIEFERUNG
Grundwerk
ÄNDERUNG
21.05.2021