Fazit/Kurzzusammenfassung:
Das Landesarbeitsgericht Bremen entscheidet, dass ein angestellter Reisender seinem Arbeitgeber (AG) umfassend über geschäftlich relevante Informationen berichten muss – auch vertrauliche Kundenmitteilungen. Eine Weigerung kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen.
Zusammenfassung der Entscheidung:
a) Wer will was von wem woraus?
Der Arbeitgeber (AG) verlangt von seinem angestellten Reisenden (einem Angestellten mit ähnlichen Pflichten wie ein Handelsvertreter) die Offenlegung aller geschäftlich relevanten Informationen, insbesondere Gründe, warum Großabnehmer keine Geschäfte mit dem AG tätigen. Der Reisende verweigert dies, obwohl er die Informationen kennt, und beruf sich auf Vertraulichkeit.
b) Was hat das Gericht entschieden?
Das Gericht bestätigt, dass der Reisende zur vollständigen Aufklärung verpflichtet ist. Die Weigerung, trotz Andeutungen keine Details preiszugeben („Karten nicht aufdecken“), stellt einen wichtigen Grund für eine fristlose Kündigung durch den AG dar.
c) Begründung des Gerichts:
- Der Reisende hat eine Treuepflicht gegenüber dem AG, die die Offenlegung aller für den Geschäftsbetrieb wichtigen Tatsachen umfasst – selbst wenn diese vertraulich mitgeteilt wurden.
- Eigene Interessen (z. B. Schutz der Quelle) müssen hinter den Interessen des AG zurückstehen.
- Die Pflicht zur Berichterstattung erstreckt sich auch auf Negativeinschätzungen von Kunden (z. B. Gründe für Geschäfteverweigerung).
- Die Weigerung zur Aufklärung verletzt die Treuepflicht und rechtfertigt eine fristlose Kündigung.