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ERGEBNISVORSCHLÄGE

OLG Frankfurt/Main, 21.12.2017 - 6 U 232/16

VERFAHRENSINFORMATIONEN

n.rkr.; Vorinstanz LG Frankfurt/Main, 25.10.2016 - 2-3 O 108/15 -; nachfolgend BGH, 03.04.2019 - VII ZR 121/18 -

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Das OLG Frankfurt hat entschieden, dass ein Unternehmer (U) keinen Anspruch auf Auskunft gegen seinen ehemaligen Handelsvertreter (HV) wegen angeblicher Abwerbung eines Kunden hat, wenn der U nicht substantiiert darlegt, dass der HV unlauter gehandelt hat. Zudem liegt kein Wettbewerbsverstoß des HV vor, wenn dieser mit einem Kunden zusammenarbeitet, den der U selbst nicht mehr beliefert.


Zusammenfassung der Entscheidung:

a) Wer will was von wem woraus? Der Unternehmer (U) verlangt von seinem ehemaligen Handelsvertreter (HV) Auskunft über Geschäfte mit einer bestimmten Firma. Er stützt seinen Anspruch auf:

  • §§ 3, 4 Nr. 4 UWG (unlauterer Wettbewerb durch Abwerbung)
  • §§ 242 BGB i. V. m. § 86 Abs. 1, 2. HS HGB (Treuepflichtverletzung des HV).

b) Was hat das Gericht entschieden? Das OLG Frankfurt hat die Klage des U abgewiesen:

  1. Keine Verweisung an die Kammer für Handelssachen (§ 513 Abs. 2 ZPO): Der Vorwurf des U, das Erstgericht hätte den Rechtsstreit verweisen müssen, wurde nicht geprüft.
  2. Kein Auskunftsanspruch: Der U hat nicht ausreichend dargelegt, dass der HV die Firma unlauter abgeworben hat.
  3. Kein Wettbewerbsverstoß: Der HV handelt nicht wettbewerbswidrig, wenn er mit einer Firma zusammenarbeitet, die der U nicht mehr beliefert (hier: Taschen).

c) Begründung des Gerichts:

  • Substantiierungslast: Der U hat nur vage behauptet, es habe ein Gespräch auf einer Messe stattgefunden, ohne konkrete Umstände für die Abwerbung zu nennen. Der HV bestreitet zudem, die Firma aktiv abgeworben zu haben.
  • Kein Wettbewerb: Der HV tritt nicht in Konkurrenz zum U, wenn der U die betreffenden Produkte (Taschen) selbst nicht mehr anbietet und auch keine Alternativen vertreibt. Die Zusammenarbeit des HV mit der Firma nach Beendigung der Lieferbeziehung des U ist daher nicht unlauter.
KI INHALT
Keine Verweisung an Kammer für Handelssachen; Anspruch auf Auskunft aus UWG und HGB setzt substantiierten Vortrag voraus; kein Wettbewerbsverstoß des HV bei Zusammenarbeit mit ehemaligem Kunden des U.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
hinreichend substantiierte Darlegung eines Wettbewerbsverstoßes des HV
Wettbewerbsverstoß
Darlegungs- und Beweislast
FUNDSTELLE
NORM
§ 86 Abs. 1, 2. HS HGB
REDAKTION
Evers
GERICHT
OLG Frankfurt/Main
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
21.12.2017
AKTENZEICHEN
6 U 232/16
ECLI
ECLI:DE:OLGHE:2017:1221.6U232.16.00
LIEFERUNG
09.08.2019
ÄNDERUNG
06.03.2020