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ERGEBNISVORSCHLÄGE

OLG Düsseldorf, 14.11.2001 - 18 U 263/00

VERFAHRENSINFORMATIONEN

Vorinstanz LG Mönchengladbach, 15.10.2000 - 7 O 42/00 -

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Das OLG Düsseldorf bestätigte, dass ein Assekuradeur (Versicherungsvertreter) mit Sitz in Hamburg oder Bremen berechtigt ist, im eigenen Namen Ansprüche des Versicherungsnehmers (VN) gegen einen Dritten geltend zu machen, die nach § 67 VVG auf den Transportversicherer übergegangen sind. Voraussetzung ist, dass der Assekuradeur die Police des VN betreut. Das Gericht begründete dies mit dem regionalen Handelsbrauch und der gewillkürten Prozessstandschaft.


a) Wer will was von wem woraus?

  • Kläger: Assekuradeur (Versicherungsvertreter) als Prozessstandschafter für den Transportversicherer.
  • Beklagter: Frachtführer (Schadensverursacher).
  • Anspruch: Der Assekuradeur verlangt Schadensersatz für einen Transportschaden, den der Versicherer des VN reguliert hat und der nun nach § 67 VVG (Regress) auf den Versicherer übergegangen ist.
  • Rechtsgrundlage: Gewillkürte Prozessstandschaft aufgrund Handelsbrauchs in Hamburg/Bremen und § 67 VVG.

b) Was hat das Gericht entschieden? Das OLG Düsseldorf bestätigte die Berechtigung des Assekuradeurs, die Ansprüche im eigenen Namen geltend zu machen. Es stellte klar, dass:

  1. Der Assekuradeur als Versicherungsvertreter des Transportversicherers handelt.
  2. Die Prozessstandschaft voraussetzt, dass der Assekuradeur die Police des VN betreut und der Versicherer den Schaden reguliert hat.
  3. Der Beklagte (Frachtführer) die Betreuung der Police durch den Assekuradeur nicht mehr bestreiten kann, wenn er diese im Prozess unstreitig stellt.

c) Begründung des Gerichts:

  1. Handelsbrauch: In Hamburg und Bremen ist es üblich, dass Assekuradeure solche Ansprüche im eigenen Namen geltend machen dürfen (unter Verweis auf frühere Urteile des OLG Düsseldorf).
  2. Prozessstandschaft: Der Assekuradeur handelt als gewillkürter Prozessstandschafter für den Versicherer, da er dessen Interessen vertritt.
  3. Prozessuales Verhalten:
    • Der Beklagte kann die Betreuung der Police nicht mehr bestreiten, wenn er sie im Prozess unstreitig stellt (auch durch stillschweigende Zustimmung).
    • Ein Streithelfer (z. B. auf Seiten des Frachtführers) darf nicht im Widerspruch zur Hauptpartei (Beklagter) handeln (§ 67 ZPO). Wenn der Beklagte die Anspruchsberechtigung des Assekuradeurs anerkennt, kann der Streithelfer dies nicht mehr bestreiten.
KI INHALT
Assekuradeure mit Sitz in Hamburg/Bremen können als Prozessstandschafter Ansprüche des VN gegen Dritte im eigenen Namen einklagen, wenn sie die Police betreuen und der Versicherer den Schaden reguliert hat.
ENTSCHEIDUNGSNAME
STICHWORT
Geltendmachung von Regressforderungen aus übergegangenem Rechts durch den Assekuradeur des Transportversicherers in gewillkürter Prozesstandschaft
Voraussetzungen der Prozessstandschaft
FUNDSTELLE
NORM
§ 67 VVG
§ 51 ZPO
REDAKTION
Evers
GERICHT
OLG Düsseldorf
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
14.11.2001
AKTENZEICHEN
18 U 263/00
ECLI
ECLI:DE:OLGD:2001:1114.18U263.00.0A
LIEFERUNG
02.11.2020
ÄNDERUNG
07.01.2021