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ERGEBNISVORSCHLÄGE

BGH, 21.11.1983 - VIII ZR 173/82 – Eintagskücken und Junghennen –

VERFAHRENSINFORMATIONEN

Vorinstanz OLG Hamm, 15.02.1982, 2. ZS

LEITSÄTZE

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Fazit/Kurzzusammenfassung: Der BGH entscheidet, dass ein Vorbehaltsverkäufer, der nach Zahlungseinstellung des Käufers die unter Eigentumsvorbehalt verkaufte Ware zurücknimmt und verwertet, keinen Anspruch auf Provision nach § 354 HGB hat. Die Verwertung erfolgt primär im eigenen Interesse des Verkäufers, selbst wenn sie auch dem Käufer zugutekommt.


Zusammenfassung der Entscheidung:

a) Wer will was von wem woraus? Ein Verkäufer (hier: Vorbehaltsverkäufer) verlangt von einem Käufer eine Provision nach § 354 HGB, nachdem er aufgrund Zahlungseinstellung des Käufers die unter Eigentumsvorbehalt verkaufte Ware (z. B. Eintagsküken oder Junghennen) zurückgenommen und verwertet hat. Der Anspruch soll daraus resultieren, dass der Verkäufer bei der Verwertung auch die Interessen des Käufers berücksichtigt hat.

b) Was hat das Gericht entschieden? Der BGH verneint den Provisionsanspruch. § 354 HGB sei nicht anwendbar, weil der Verkäufer bei der Rücknahme und Verwertung der Ware in erster Linie sein eigenes Interesse (Sicherung des Eigentums und des Kaufpreises) verfolge.

c) Begründung des Gerichts:

  • § 354 HGB setzt voraus, dass der Kaufmann "einem anderen Geschäfte besorgt oder Dienste leistet" – also im fremden Interesse handelt.
  • Zwar komme die Verwertung auch dem Käufer zugute (z. B. durch Anrechnung des Erlöses auf die Kaufpreisschuld), doch sei dies nicht ausreichend. Entscheidend sei, dass der Verkäufer primär eigene Interessen wahrnehme.
  • Die bloße Rücksichtnahme auf die Belange des Käufers (z. B. um Schadensersatzansprüche zu vermeiden) rechtfertige keine Provision. § 354 HGB sei subsidiär und gelte nicht, wenn der Handelnde vorrangig eigene Ziele verfolge.
  • Abgrenzung zu anderen Fällen:
  • Bei der Pfandverwertung (§§ 1228 ff. BGB) oder dem Selbsthilfeverkauf (§ 373 HGB) liege es anders, da dort der Verkäufer fremdes Eigentum veräußere oder ausdrücklich für Rechnung des Käufers handle. Beim Vorbehaltsverkäufer hingegen werde eigenes Eigentum verwertet.

Kernaussage: Die Verwertung durch den Vorbehaltsverkäufer dient vorrangig der eigenen Sicherung, nicht der Geschäftsbesorgung für den Käufer – daher kein Provisionsanspruch nach § 354 HGB.

KI INHALT
BGH: Kein Provisionsanspruch nach § 354 HGB für Vorbehaltsverkäufer bei Rücknahme und Verwertung der Ware, da er im eigenen Interesse handelt.
ENTSCHEIDUNGSNAME
Eintagskücken und Junghennen
STICHWORT
Provisionsanspruch ohne vertragliche Grundlage
Handeln im Interesse des Dritten
Verwertung der Kaufsache durch Vorbehaltsverkäufer kein Tätigwerden im Interesse des Dritten
FUNDSTELLE
WM 84, 165
DB 84, 449
ZIP 84, 339
JuS 84, 391
MDR 84, 484
LM Nr. 8 zu § 354 HGB
BGHWarn 83, Nr. 337
IBRRS 83, 0430
NORM
§ 354 HGB
REDAKTION
Evers
GERICHT
BGH
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
21.11.1983
AKTENZEICHEN
VIII ZR 173/82
ECLI
LIEFERUNG
16.03.2022
ÄNDERUNG
11.09.2026 08:15:55