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ERGEBNISVORSCHLÄGE

OGH, 22.06.2012 - 1 Ob 17/12z – Versicherungsmakelei –

LEITSÄTZE

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OK-INHALT
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Fazit/Kurzzusammenfassung: Der OGH entscheidet, dass ein Versicherungsmakler die volle Provision verlangen kann, wenn die Ausführung eines vermittelten Versicherungsgeschäfts aufgrund des Verhaltens des Versicherers unterbleibt – sofern dafür keine wichtigen Gründe in der Person des Dritten (z. B. des Kunden) vorliegen.


Zusammenfassung der Entscheidung:

a) Wer will was von wem woraus? Ein Versicherungsmakler verlangt von einem Versicherer die Zahlung der vollen Provision für ein vermitteltes Geschäft, obwohl dieses aufgrund des Verhaltens des Versicherers nicht ausgeführt wurde. Der Anspruch stützt sich auf die Vermittlungstätigkeit des Maklers und den Grundsatz, dass die Provision fällig wird, wenn das Geschäft nicht aus Gründen in der Person des Dritten (z. B. des Kunden) scheitert.

b) Was hat das Gericht entschieden? Der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigt, dass der Versicherungsmakler die volle Provision beanspruchen kann, wenn die Nichtausführung des Geschäfts auf das Verhalten des Versicherers zurückzuführen ist und keine triftigen Gründe beim Dritten (z. B. mangelnde Bonität des Kunden) vorliegen.

c) Begründung des Gerichts: Das Gericht stützt sich auf den allgemeinen Grundsatz im Maklerrecht, dass der Provisionsanspruch entsteht, sobald das Geschäft vermittelt wurde und sein Scheitern nicht auf Umstände in der Sphäre des Dritten zurückzuführen ist. Für Versicherungsmakler gilt dies analog: Wenn der Versicherer das Geschäft vereitelt (z. B. durch ablehnendes Verhalten), bleibt der Provisionsanspruch des Maklers bestehen, da dieser seine Leistung (Vermittlung) erbracht hat.

KI INHALT
Versicherungsmakler können volle Provision verlangen, wenn ein vermitteltes Geschäft aufgrund von Versicherer-Verhalten nicht ausgeführt wird, sofern keine wichtigen Gründe beim Dritten vorliegen.
ENTSCHEIDUNGSNAME
Versicherungsmakelei
STICHWORT
Alleinvermittlungsauftrag
Provisionsanspruch des VM
Rechnungslegung
Empfängerhorizont
Kündigung VMV
FUNDSTELLE
NORM
§ 1 MaklerG
§ 12 Abs. 1 MaklerG
§ 14 Abs. 1 MaklerG
§ 30 Abs. 2 MaklerG
§ 863 Abs. 1 ABGB
§ 1114 ABGB
§ 1115 ABGB
§ 859 ABGB
§ 50 Abs. 1 ÖZPO
REDAKTION
GERICHT
OGH
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
22.06.2012
AKTENZEICHEN
1 Ob 17/12z
ECLI
ECLI:AT:OGH0002:2012:0010OB00017.12Z.0622.000
LIEFERUNG
03.06.2026
ÄNDERUNG
04.06.2026 15:14:07