Zurück zu den Ergebnissen

ERGEBNISVORSCHLÄGE

OGH, 10.04.2008 - 9 ObA 187/07a – Führungsagenten –

LEITSÄTZE

Zu diesem Dokument sind in EVERS.OK redaktionell aufbereitete Leitsätze hinterlegt. Ergänzt werden diese durch weiterführende Rechtsprechungs- und Literaturverweise sowie Kommentierungen und Praxishinweise.

Jeder Leitsatz enthält zudem eine KI-generierte Liste mit Leitsätzen vergleichbarer Regelungsgehalte anderer Entscheidungen. Diese können bei der Recherche, der Einordnung verwandter Entscheidungen sowie in „Meine Akten“ weiterverwendet werden.

Für den Zugriff ist eine Anmeldung mit einem entsprechenden Zugang erforderlich.

Anmelden


Zugang auswählen
KI-EXZERPT

Fazit/Kurzzusammenfassung: Der OGH entscheidet, dass Ersatzansprüche aus einer gegen § 21 HVertrG verstoßenden, fristwidrigen Kündigung der dreijährigen Verjährungsfrist des § 18 Abs. 1 HVertrG unterliegen.


Zusammenfassung der Entscheidung:

a) Wer will was von wem woraus? Ein Handelsvertreter (oder dessen Rechtsnachfolger) macht gegen den Unternehmer Ersatzansprüche geltend, die sich aus einer fristwidrigen Kündigung des Handelsvertretervertrags ergeben. Diese Kündigung verstößt gegen die gesetzliche Regelung des § 21 HVertrG (Handelsvertretergesetz), der die Kündigungsfristen regelt. Der Anspruch stützt sich auf § 23 Abs. 1 HVertrG, der Schadensersatzansprüche bei Pflichtverletzungen des Unternehmers vorsieht.

b) Was hat das Gericht entschieden? Der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigt, dass solche Ersatzansprüche aus einer fristwidrigen Kündigung der dreijährigen Verjährungsfrist des § 18 Abs. 1 HVertrG unterliegen. Damit verjähren diese Ansprüche nach drei Jahren ab Fälligkeit.

c) Begründung des Gerichts: Das Gericht argumentiert, dass § 18 Abs. 1 HVertrG nicht nur auf Provisionsansprüche, sondern auch auf alle anspruchsbegründenden Vorschriften des HVertrG – einschließlich der Schadensersatzansprüche aus § 23 Abs. 1 HVertrG – anwendbar ist. Da die fristwidrige Kündigung eine Verletzung des § 21 HVertrG darstellt und der Schadensersatzanspruch daraus direkt aus dem Gesetz folgt, unterliegt er der speziellen Verjährungsregelung für Handelsvertreteransprüche. Die allgemeine Verjährungsfrist des ABGB (30 Jahre) wird damit verdrängt.

ENTSCHEIDUNGSNAME
Führungsagenten
STICHWORT
Führungsagentenpflichten
Verjährung
Vergütungsordnung
Provisionssystem
Feststellungsmangel
FUNDSTELLE
NORM
§ 502 Abs. 1 ÖZPO
§ 508a Abs. 2 ÖZPO
§ 510 Abs. 3 ÖZPO
§ 52 Abs. 2 ÖZPO
§ 1152 ABGB
§ 18 Abs. 1 HVG
§ 18 Abs. 2 HVG
REDAKTION
GERICHT
OGH
SPRUCHTYP
Urteil
DATUM
10.04.2008
AKTENZEICHEN
9 ObA 187/07a
ECLI
ECLI:AT:OGH0002:2008:009OBA00187.07A.0410.000
LIEFERUNG
10.06.2026
ÄNDERUNG
10.06.2026 14:58:32