Vorinstanz LG München, 05.04.2016 - 31 O 11448/15 -; der Senat hat die Revision nicht zugelassen, da die Voraussetzungen des § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO nicht vorlägen, die Entscheidung nicht der Rechtsprechung des BGH widerspreche und hat auch keine grundsätzliche Bedeutung habe
Im bAV-Geschäft sollen nach Auffassung des Senats folgende Abweichungen für die Nachbearbeitungsgrundsätze gelten:
- Nachbearbeitungspflichten bestehen nicht für bAV-Verträge, die durch das Ausscheiden des AN aus dem
Betrieb des Arbeitgebers notleidend werden (LS 14 ff.).
- Bei nicht ausscheidensbedingten Vertragsstörungen (z.B. bei Eintritt der versicherten Person in Mutterschutz
oder Elternzeit, Krankheit ohne Lohnfortzahlung) bestehen Nachbearbeitungspflichten (LS 21).
- Nachbearbeitungspflichten bestehen auch insoweit, als von einem Interesse des Arbeitgebers an der Fortsetzung des
Arbeitsverhältnisses auszugehen ist, so dass dieser sich ggf. bereit erklärt, Prämien aus eigener Tasche zu
bezahlen, um den AN zu halten (LS 22).
- Herrscht in einer Branche Fachkräftemangel, wie etwa in der Altenpflege, ist von einem Fortsetzungsinteresse
des Arbeitgebers auszugehen (LS 23).
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