nachfolgend OLG Karlsruhe, 23.03.2016 - 6 U 38/16 - MDR 16, 672; WRP 16, 1299; GRUR-RS 16, 07206; GRUR-Prax 16, 250 m.Anm. Löffel; BeckRS 16, 07206; Rechtsportal; Juris; Justiz.Baden-Württemberg; openJur; Der Senat hat entschieden, dass die Zwangsvollstreckung einstweilen gegen Sicherheitsleistung eingestellt wird. Die Zustellung der Urteilsverfügung durch den Gerichtsvollzieher an die Beklagte hat das OLG als unwirksam angesehen, weshalb es an einer wirksamen Vollziehung i.S. des § 929 Abs. 2 ZPO fehlte. Die vorangegangene Zustellung der Urteilsverfügung von Anwalt zu Anwalt an den bestellten Prozessbevollmächtigten des Antragsgegners gemäß § 195 ZPO war gescheitert. Dieser hatte sich geweigert, an der Zustellung von Anwalt zu Anwalt mitzuwirken und das Empfangsbekenntnis herauszugeben. Da die einstweilige Verfügung allein deshalb aufzuheben war, weil sie nicht wirksam vollzogen worden war, hat der OLG-Senat die Zwangsvollstreckung eingestellt, ohne in der Sache entscheiden zu müssen.
Die Entscheidung stellt klar, dass eine ohne Einwilligung der Betroffenen erfolgende Übermittlung von Kontaktdaten des Kunden zulässig und jedenfalls wettbewerbsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn der Versicherer nach Art. 20 Abs. 2 des code of conduct (GDV) vorgeht und dem Kunden das Recht einräumt, der Datenübermittlung innerhalb eines Zeitraums von 2 Wochen zu widersprechen. Indes gewährt die Entscheidung einem Mitbewerber gegen einen Versicherer, der seine Bestandskunden zum Zwecke der Übermittlung der Bestandsdaten aus Anlass eines Vermittlerwechsels anschreibt, ein Anspruch auf Unterlasssung der Weiterleitung zu, soweit die Daten zu Werbezwecken wie der Vermittlung neuer Versicherungsverträge und Anlageformen ohne Zusammenhang mit dem Bedarf und den Risiken bereits bestehender Verträge geschieht (LS 1). Überdies stellt die Einschätzung klar, dass ein VV Dritter ist (LS 7).
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