Vorinstanz LG Bochum, 3 O 10/18
zu der Entscheidung vgl. JurisPR-VersR 1/2020 Anm. 5 (Icha-Spratte)
Die Entscheidung leuchtet die Grenzen der Dokumentationspflicht des Versicherungsvermittlers nach §§ 61 Abs. 1 Satz 2, 62 Abs. 1 VVG aus. Sie stellt klar, dass Antragsfragen und die zu diesen gemachten Erläuterungen des Vermittlers nicht notwendiger Bestandteil des Beratungsprotokolls sind (LS 4, 11, 12, 13). Dies muss jedenfalls gelten, soweit es sich dabei nicht um Wünsche und Bedürfnisse des VN handelt, die zum Zwecke der Risikoanalyse und -bewertung erfasst worden sind und die dem Rat oder der Abschlussempfehlung zugrunde liegen. Daraus folgt, dass eine Verletzung der Dokumentationspflicht und die sich daraus ergebende Rechtsfolge einer Beweiserleichterung bis hin zur Umkehr der Beweislast nicht so weit gehen kann, dass der Vermittler den Beweis für die Behauptung des VN führen müsste, der Vermittler habe Antragsfragen falsch erläutert (LS 1). Versäumt der Vermittler, ein Beratungsprotokoll zu erstellen oder gibt seine Beratungsdokumentation die fragliche Inhalte nicht wieder, hat er Beweiserleichterungen aber weiterhin wegen der Inhalte des von ihm geführten Beratungsgesprächs zu befürchten, die nicht aus den Antragsunterlagen zu ersehen sind. Dies dürfte auch für aus Anlass der Erläuterung von Antragsfragen gemachte Ausführungen gelten, die für die Ermittlung der Wünsche und Bedürfnisse oder den erteilten Rat maßgebliche Umstände betreffen.
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