n.rkr.; Vorinstanz ArbG Villingen-Schwenningen, 28.03.2019 - 13 Ca 210/17 -; Az. beim BAG 10 AZR 187/20; die Kammer hat die Revision nach § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG zugelassen, soweit es entscheidungserheblich darauf ankam, ob Ansprüche auf Provisionsabrechnung und Buchauszug einer einzelvertraglichen Ausschlussfrist unterfallen; im Übrigen lägen die Voraussetzungen für eine Zulassung der Revision nicht vor
Die Kammer nimmt in dieser Entscheidung den von der 6. Kammer des LAG Thüringen (18.11.2015 - 6 Sa 311/14 - LS 2, 37, 66) abweichenden Standpunkt ein, nach dem eine Ausschlussfrist im Arbeitsvertrag, die Kontrollrechte des Handlungsgehilfen erfasst, ebenso mit der Vorschrift der §§ 65, 87 c Abs. 5 HGB vereinbar sein sollen LS 1, 8, 9, 18, und dass diese Auslegung auch mit Art. 12 der RiLi 86/653/EWG konform gehe (LS 19, 21). Ausgehend von der Rspr. des BAG, nach der tarifvertragliche Ausschlussfristen mit § 87 c Abs. 5 HGB vereinbar seien (LS 9) stellt die Kammer darauf ab, dass sich tarifvertragliche Ausschlussklauseln in ihren Rechtswirkungen nicht von arbeitsvertraglichen unterschieden (LS 11, 18). Sie ließen die Kontrollrechte als solche unberührt (LS 12) und beträfen nur deren zeitlichen Bestand (LS 17), weshalb sie auch nicht zum Nachteil des Handlungsgehilfen von den Pflichten zur Abrechnung und zur Erteilung des Buchauszugs abwichen (LS 21). Diese Auffassung steht in einem Spannungsverhältnis zu dem anerkannten Grundsatz, dass Anerkenntnisfiktionen in HVV, nach der die Abrechnung als anerkannt gilt, wenn der HV ihr nicht binnen einer ihm eingeräumten Frist widerspricht, mit § 87 Abs. 5 HGB unvereinbar sind (BGH, 20.09.2006 LS 16 m.w.N. - AXA 6 -, st. Rspr.; BAG, 23.03.1982 LS 1, 4, 16.02.1973 LS 19). Die Sache ist beim BAG anhängig. Der zehnte Senat wird nunmehr darüber zu entscheiden haben, ob Ausschlussfristen im Arbeitsvertrag mit §§ 65, 87 c Abs. 5 HGB bei richtlinienkonformer Auslegung vereinbar sind.
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