Vorinstanz LG Nürnberg-Fürth, 09.03.2022 - 2 O 7331/20 -
Auch wenn die Begründung der einzelnen Regelungsgehalte der Entscheidung eine dogmatische Tiefe vermissen lässt, ist die Entscheidung unter fünf Aspekten für die Praxis außerordentlich bedeutsam. (1) Zutreffend qualifiziert der Senat Maklerpools als Servicegesellschaften, die die Nachfrage der VM bündeln und die für VM die Geschäftsabwicklung gegenüber den Versicherern übernehmen (LS 20). (2) Wegen fehlenden Kontakts zum VN übernehmen Maklerpools im Allgemeinen nicht die Vermittlung oder den Abschluss von Versicherungen für den Kunden als Auftraggeber i.S. des § 59 Abs. 3 VVG (LS 21, 22). (3) Die Pflicht, den vermittelten Versicherungsantrag beim Versicherer einzureichen, übernehmen Maklerpools nur gegenüber dem kooperierenden VM (LS 24). (4) Eine nach § 34 d Abs. 10 GewO vorgenommene Registrierung des Maklerpools als VM ist unerheblich für die Frage, ob der Maklerpool als Anscheinsmakler i.S. des § 59 Abs. 3 Satz 2 VVG tätig wird (LS 27). (5) Wird ein Dritter als VM gegenüber dem Kunden tätig, ist für die Prüfung einer Anscheinsmaklerstellung i.S. des § 59 Abs. 3 Satz 2 VVG unerheblich, dass ein Maklerpool als „Vermittler“ bezeichnet wird (LS 28).
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