n.rkr.
1. Für die Praxis ist diese Entscheidung vor allem unter den folgenden drei Aspekten von Bedeutung.
1.1 Die Kammer nimmt eine eigene Nachbearbeitungspflicht des Versicherers in dem Fall an, dass der VN das Vertrauen in den VM verloren hat wegen eines Vorgangs, der einen nicht bei dem Versicherer bestehenden anderen Versicherungsvertrag betrifft (LS 76). Entsprechendes gilt für den Fall, dass der Kunde bei dem Versicherer um ein Gespräch nachsucht, um Unklarheiten bezogen auf Versicherungsverträge zu klären (LS 77). In diesem Fall ist der Versicherer gehalten, dem VN einen Ansprechpartner zu nennen und mit dem VN ein vertrauensbildendes Gespräch zu führen, um zu vermeiden, dass der Vertrauensverlust den Bestand der Versicherungen gefährdet (LS 78).
1.2 Eine eigene Nachbearbeitungspflicht des VU entfällt schon dann, wenn der Versicherungsvermittler für das Stornorisiko sensibilisiert (LS 104) oder in die Nachbearbeitung eingebunden ist. Dies ist anzunehmen, wenn der Vermittler für den VN beim VU mehrfach um Beitragsstundungen gebeten hat (LS 105), wenn der VM das VU über laufende Verhandlungen mit dem VN betreffend seiner Versicherungen und damit seine Einbindung in die Nachbearbeitung informiert (LS 107), wenn der Vermittler eine Kündigung des VN scheinbar erfolgreich zurück geworben hat, der VN also an dieser festhält (LS 108) oder wenn der Vermittler eine Beitragsstundung und eine Verlängerung derselben für den VN beim VU beantragt hat (LS 110).
1.3 Legt der Versicherer eine neue Tarifgeneration für einen bestehenden Tarif auf, der unter der gleichen Bezeichnung fortgeführt wird und will der Versicherer für diese von dem bisherigen Tarif abweichende Provisionshaftungszeiten vereinbaren, so muss er eindeutig regeln, dass und für welchen Tarif die neuen Haftungszeiten gelten sollen. Dazu reicht es nicht aus, wenn die erweiterte Haftungszeit für den "Tarif ab Tarifgeneration 2015" gelten soll, wenn im Übrigen die bisherigen Regelungen der Courtagezusage gelten sollen, die zu Haftzeiten von 60 Monaten führen (LS 114). Unter diesen Umständen verbleibt es bei der bisherigen Provisionshaftungszeit (LS 115).
2. Ob sich der Ansatz der Kammer durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.
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Jeder Leitsatz enthält zudem eine KI-generierte Liste mit Leitsätzen vergleichbarer Regelungsgehalte anderer Entscheidungen. Diese können bei der Recherche, der Einordnung verwandter Entscheidungen sowie in „Meine Akten“ weiterverwendet werden.
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