n.rkr.; Revisionsentscheidung BGH, 19.01.2023 - VII ZR 787/21 -; Vorinstanz LG Mönchengladbach, 06.03.2020 - 9 O 6/19 -; voran ging diesem Verfahren ein Rechtsstreit zwischen den Parteien über den Buchauszug beim LG Paderborn, 05.03.2019 - 7 O 36/18 -; OLG Hamm, 10.06.2021 - I-18 U 37/18 -; der Senat hat die Revision nicht zugelassen, die gesetzlichen Voraussetzungen des § 543 Abs. 2 ZPO lägen nicht vor; Gründe, die die Zulassung der Revision rechtfertigten, seien nicht gegeben; die Entscheidung betreffe einen Einzelfall ohne von der höchst- oder obergerichtlichen Rspr. abzuweichen, der Rechtssache komme weder grundsätzliche Bedeutung zu, noch erfordere die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rspr. eine Entscheidung des Revisionsgerichts
Die Entscheidung ist für die Praxis in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Zum einen verneint der Senat in Fortführung seiner Rspr. (01.08.2013 LS 16 - Eurenta 10 -) eine unzulässige Kündigungserschwernis, wenn der U dem HV abstrakte monatliche Provisionsvorschüsse gewährt, die mit verdienten Provisionen zu verrechnen sind auch für den Fall, dass vereinbart ist, ein Sollsaldo zu Lasten des HV werde bei Beendigung des HVV fällig (LS 28). Soweit der Senat abweichend von der bisherigen Spruchpraxis (LG Freiburg, 15.02.2019 LS 27 m.w.N.) den Standpunkt einnimmt, ein Verstoß gegen §§ 89 Abs. 2 Satz 1, 89 a Abs. 1 Satz 2 HGB i.V. mit § 134 BGB zöge als Rechtsfolge nur die Nichtigkeit der Fälligkeitsabrede, nicht auch die der Rückzahlungspflicht nach sich (LS 39), ist ihm der BGH in der Revision nicht gefolgt ( BGH, 19.01.2023 LS 3, 30 - Möbel 2 -). Diese Ansicht beschränkt der Senat nicht auf Fälle, in denen Darlehn zur Anschubfinanzierung (OLG Karlsruhe, 18.02.2010 LS 16 - Lowara -) oder in sonstiger Weise zweckgebunden (vgl. dazu OLG Hamburg, 10.08.2009 LS 17 - Hamburg-Mannheimer 11 -; OLG Oldenburg, 26.11.2013 LS 13 - FVB 4 ; OLG Köln, 25.08.2017 LS 17; OLG Karlsruhe, 18.02.2010 LS 19 - Lowara -) ausgereicht werden, sondern erweitert sie auf alle Darlehn, die sich auf den Gesamtablauf und die Gestaltung des HVV beziehen, sich aber nur als bloßer Reflex auf die Entscheidungsfreit des HV auswirkten (LS 26). Mit diesem Ansatz ist der Senat von der Rspr. anderer Spruchkörper abgewichen, die darauf abstellen, ob die Vorschusszahlungen wie Arbeitseinkommen behandelt (vgl. dazu LG Heidelberg, 05.06.2009 LS 11 - Lowara -) oder langfristig gewährt werden (vgl. dazu OLG Hamburg, 17.03.2000 LS 12; OLG Karlsruhe, 13.02.2013 LS 25; LG Karlsruhe, 02.07.1990 LS 7). Einer anderen Wertung steht nach Ansicht des Senats entgegen, dass dadurch die Vorschüsse zu einem nicht gewollten Fixum würden (LS 46). Mit der Frage, dass die nach § 89 Abs. 2 Satz 2 HGB vorgesehene Angleichung der Kündigungsfristen bei einer mittelbaren Kündigungserschwernis nicht in Betracht kommt (OLG Köln, 13.05.2016 LS 26 m.w.N.), setzt der Senat sich nicht auseinander.
Zum anderen legt er die Erhebung der Einrede der Verjährung durch den U in einem vorangegangenen Verfahren, in dem es um das Bestehen von Provisionsansprüchen ging, dahingehend aus, dass sie auch den Anspruch des HV auf Buchauszug erfasst (LS 119). Für den HV werde durch Erhebung der Einrede der Verjährung betreffend die Provisionsansprüche hinreichend deutlich, dass der U seine Verweigerung der Leistung auch gegenüber dem vom HV verlangten Buchauszug mit dem Ablauf der Verjährungsfrist begründen wolle (LS 120).
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